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Interview mit App-Entwickler: Darum wird Augmented Reality das nächste große Ding für Apple

Arthur Schiller ist App-Entwickler aus Berlin. Im Gespräch mit dem stern erklärt er, warum Augmented Reality für die großen Techkonzerne die Zukunft wird.

Arthur Schiller interessiert sich vor allem für den Bereich Augmented Reality.

Arthur Schiller interessiert sich vor allem für den Bereich Augmented Reality.

Auf der Entwicklerkonferenz WWDC zeigt Apple traditionell einen Ausblick auf seine neuen Betriebssysteme. Während für die meisten Menschen iOS 12 für iPhone und iPad im Mittelpunkt stehen dürfte, interessiert sich der 24-jährige Arthur Schiller aus Berlin vor allem für Neuigkeiten rund um . Schiller ist einer von etwa 25 Gewinnern eines Scholarships, eine Art Stipendium von Apple., mit dem er kostenlos zur WWDC reisen darf. Mit dem stern sprach er über die Zukunft von Augmented Reality.

Seit wann programmierst du und an was arbeitest du gerade?

Ich habe 2014 die Programmiersprache gelernt und meine erste App entwickelt. Momentan arbeite ich an einer App, die eine AR-Kit-basierte Schnitzeljagd ermöglicht. Sie wird hoffentlich bald verfügbar sein.

Augmented Reality ist derzeit noch eine Nische.

Aber eine megaspannende! Aus mehreren Gründen: Die Technologie wird im großen Stil kommen. Momentan nutzen wir die Technik fast ausschließlich auf dem Smartphone. Man muss das Gerät also immer mit einer Hand hochhalten und die Nutzungsdauer ist begrenzt. Doch das ist nur eine Übergangsphase. Wir haben jetzt die Chance, herauszufinden, welche Interaktionsmechanismen sinnvoll sind - und welche Einsatzszenarien.

Manch einer hält AR für eine Spielerei.

Nein, das ist es absolut nicht. Sicherlich ist die Technik noch nicht komplett ausgereift und es dauert noch eine Weile, bis sie im Massenmarkt ankommt. Soweit ist das aber nicht mehr weg.

Wann wird es denn so weit sein?

Mit vernünftigen Smartglasses, also hochtechnologischen Brillen, rechne ich 2021.

Google Glass war ein Flop.

Google Glass sah gruselig aus und war unangenehm zu tragen. Die Technik war noch nicht reif. Im Prinzip wurden Daten und Grafiken nur übergeblendet. Das hat nichts mit der Technik in Zukunft zu tun. Richtige Smartglasses sind eine andere Liga.

Warum sollte man die tragen?

Es wird nicht die eine Killer-Applikation geben. Die Technik wird in den Alltag einfließen: Man sieht jetzt schon, zu was Machine Learning und Künstliche Intelligenzen in der Lage sind. In Zukunft wird das gemeinsam mit kontextbasierten Informationen unseren Alltag verändern. Vielleicht sind es am Ende auch gar keine Brillen oder Kontaktlinsen. Es könnte auch eine Schaufensterscheibe sein, in der man erkennt, wie ein Kleidungsstück an einem selbst aussieht. Oder man bekommt angezeigt, was Freunde oder Prominente, denen man folgt, kaufen. Solch Technologien werden allgegenwärtig sein.

Einen ersten Vorgeschmack liefert die Ikea-App Places, mit der man ein virtuelles Sofa im Raum platzieren kann.

Das ist spannend. Aber AR kann viel mehr.

Zum Beispiel?

Anwendungen mit location- und kontextbasierten Information werden Augmented Reality zum Massenphänomen machen. Google hat auf seiner Entwicklerkonferenz I/O spannende Ideen für Google Maps demonstriert. Um so etwas umzusetzen, benötigt man jedoch eine sehr genaue Angabe, wo sich der Nutzer befindet. In der Regel reicht dafür nicht aus. GPS hat Schwankungen bis zu 15 Metern. Jeder, der schon einmal in New York war, kann ein Lied davon singen.

Wie lässt sich dieses Problem lösen?

Es gibt viele Start-ups, die an der sogenannten AR Cloud arbeiten. Sie könnte ähnlich revolutionär werden wie damals Googles Internetsuche. Die AR Cloud ist im Prinzip eine Art 3D-GPS, mit dem sich AR-Geräte millimetergenau im dreidimensionalen Raum orientieren können. Das große Ziel ist es, dass jeder Nutzer die aufgenommenen Umgebungsdaten in die Cloud lädt und diese wiederum anderen zur Verfügung stellt.

Ähnlich sollen autonome Autos arbeiten.

Genau. Sobald man innerhalb von ein paar Sekunden weiß, wo der Nutzer steht und in welche Richtung er schaut, wird es interessant. Dann kann man Informationen bekommen, ohne proaktiv werden zu müssen. Schaut man sich etwa ein Haus an, könnte man direkt weitere Kontextinformationen angezeigt bekommen. Das ist überall vorstellbar, vom Kino bis zum Supermarkt.

Wie nutzt du die Technik für deine App?

Ich entwickele eine AR-Anwendung, die lokalbasiert ist. Es ist eine Mischung aus Pokémon Go und Geocaching, eine Art Schnitzeljagd. Mit der gleichen Technologie könnte man aber auch Stadtführungen anbieten. Entlang der Berliner Mauer könnte man Checkpoints einrichten. Erreicht man diesen, würde man kontextbasierte Aufgaben bekommen. Taucht vor der Kameralinse etwa ein Objekt auf, wird es vom Computer erkannt - und dieser gibt weitere Informationen preis.

Wer hat in diesem Bereich die Nase vorn - Google oder Apple?
Das ist eine ständige Hasenjagd. Mal zieht der eine davon, dann holt der andere auf. ARKit war ein großer Schritt, die Technik Entwicklern leichter zugänglich zu machen. Google hat schnell nachgezogen. Ich hoffe, dass Apple ARKit erweitert. Ich wünsche mir etwa Multiplayer-Spiele. Das wäre ein logischer Schritt. Bei Virtual Reality wird immer kritisiert, dass es isolierend ist. Leute sitzen alleine mit ihrer Brille da und spielen herum. Das Gute an AR ist, dass die Welt selbst das Interface ist und man keine Begrenzung hat.

Gerüchten zufolge soll 2019 eine dritte Linse in die Kamera eingebaut werden, um Tiefeninformationen zu erfassen.

Weitere Sensoren machen es auf kurze Zeit leichter. Im Idealfall muss aber das normale Kamerabild ausreichen. Es gibt schon vielversprechende Start-ups, die an Lösungen arbeiten. Apple rühmt sich ja auch damit, die größte AR-Plattform der Welt zu haben. Dafür muss die Technik auch auf Geräten der letzten zwei, drei Generationen laufen.

AR wird also das nächste große Ding für Apple?

Ich glaube schon. In den nächsten zwei Jahren wird es nicht das Top-Thema sein. Auf lange Sicht wird es aber immer wichtiger. Tim Cook preist es ja auch bei jeder Gelegenheit an. Und im Hintergrund kauft Apple ständig kleine Startups.

Wir haben viel über Zukunftstechnologien gesprochen. Wie siehst du die aktuelle Situation bei Apple?

Ich würde mich freuen, wenn der Fokus verstärkt auf den Mac gelegt werden würde. Immerhin ist es die Plattform, mit der Apps entwickelt werden. Deshalb sollten die Geräte so gut wie möglich funktionieren. Das war in letzter Zeit leider nicht immer der Fall. Es gibt zu viele Nervereien wie die fehlerhaften Tastaturen. Und zu viele Bugs in macOS. Das ist schade und muss nicht sein. Apple verspielt sich damit seinen guten Ruf.

Es müssen also zunächst ein paar Lücken gestopft werden.

Sie tun sich keinen Gefallen, wenn jedes Jahr auf Teufel komm raus neue Features hinzufügen. Man sollte in einem Jahr neue Funktionen bringen und im nächsten Jahr den Feinschliff machen. Natürlich würde dann die andere Seite laut werden, die Apple gerne vorwirft, der Konzern ruhe sich zu sehr auf seinen Lorbeeren aus.

Wie schätzt du die Bedeutung von Sprachassistenten ein?

Ich habe zuhause einen Echo. Eine sehr spannende Technik, die ich aber kaum nutze. Siri benutze ich lediglich, um einen Timer oder eine Erinnerung zu stellen. Sprachinterfaces sind auf jeden Fall sinnvoll und wichtig. Aber man darf die Privatsphäre nicht aus dem Auge verlieren: Wenn ich bereit bin, Google jeden Schritt von mir preiszugeben, haben sie viele Daten von mir und können mir proaktiv helfen. Aber es geht immer um den Spagat zwischen Datenschutz und Bequemlichkeit. Und der fällt bei mir zugunsten meiner Privatsphäre aus.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.