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360 Euro Das neue iPad 8 im Test: So gut ist Apples günstiges Tablet

Das Display des iPad 8 misst 10,2 Zoll.
Das Display des iPad 8 misst 10,2 Zoll.
© Christoph Fröhlich
Das iPad 8 ist das günstigste Tablet von Apple. Unser Test verrät, was man für 360 Euro bekommt und wo man Abstriche machen muss.

Ob als Laptop-Ersatz, digitales Schulbuch, Netflix-Abspielstation oder Ablenkung für zwischendurch: Tablets sind einer der großen Gewinner der Corona-Krise. Im Vergleich zum Vorjahr wurden im zweiten Quartal 26 Prozent mehr Tablets verkauft - und zwar über alle Preisklassen hinweg. 14,25 Millionen Flachcomputer verkaufte Apple, gefolgt von 7 Millionen von Samsung und 4,77 Millionen Huawei-Tablets.

Der Bestseller unter den Apple-Tablets ist jedoch erwartungsgemäß nicht eines der teuren Pro-Modelle, sondern das vergleichsweise günstige Basismodell für rund 360 Euro. Vergangene Woche hat Apple neben neuen Uhren (lesen Sie hier den Test zur Apple Watch Series 6 und hier den Test zu Apple Watch SE) auch ein überarbeitetes iPad 8 vorgestellt. Der stern hat es bereits ausführlich getestet.

iPad 8: Es bleibt klassisch

Im vergangenen Jahr spendierte Apple seinem Einsteigermodell einen etwas größeren Bildschirm, der von 9,7 auf 10,2 Zoll zulegte. Dieses Jahr bleibt optisch alles beim Alten. Heißt: Das Display behält den dicken Rand. Das Design mag im Gegensatz zu den Pro-Modellen und dem neuen iPad Air etwas altbacken wirken, die meisten Nutzer*innen dürfte das jedoch nicht stören. Viele bevorzugen sogar den Home-Button samt Fingerabdruckscanner und die klassischen Bedienung gegenüber der Gesichtsentsperrung samt Wischgesten.

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Der Bildschirm selbst glänzt mit einer hohen Helligkeit und satten Farben und Kontrasten. Filme und Spiele kommen auf dem Display (fast 26 Zentimeter Bildschirmdiagonale) gut zur Geltung. Die True-Tone-Technik, welche das Bild an das Umgebungslicht anpasst, die variable Bildrate sowie die Antireflexbeschichtung bleiben jedoch den teureren Modellreihen vorbehalten. 

Deutlich schnellerer Prozessor

Der Prozessor wurde in diesem Jahr aufgemotzt: Im iPad 8 steckt nun der A12 Bionic Chip, der erstmals vor zwei Jahren im iPhone XS beziehungsweise dem iPhone XR seine Premiere feierte. Der ist deutlich schneller als der mittlerweile vier Jahre alte A10-Prozessor aus dem Vorgängermodell. Ob Filmstreaming, 3D-Spiel oder Videoschnitt - alles läuft butterweich. Für den Test habe ich die Profi-Bildsoftware Lightroom auf dem iPad installiert und Fotos mit dem Apple Pencil (separat erhältlich, rund 90 Euro) bearbeitet. Dabei gab es zu keinem Moment Verzögerungen.

Mit dem Apple Pencil (1. Generation) kann man Notizen erstellen oder Bilder bearbeiten
Mit dem Apple Pencil (1. Generation) kann man Notizen erstellen oder Bilder bearbeiten
© Christoph Fröhlich

Der Performance-Boost liegt bei rund 40 Prozent im Vergleich zum Vorgängermodell, die Grafikleistung verdoppelt sich ungefähr. Im Benchmark-Programm Geekbench 5 erreicht das iPad 1117 Punkte im Single-Core-Test und 2751 Punkte im Multi-Core-Betrieb. Damit liegt es gleichauf mit dem iPhone XS und dem immer noch deutlich teureren iPad Pro der 3. Generation.

Erstmals ist im normalen iPad die sogenannte Neural Engine mit von der Partie. Dabei handelt es sich vereinfacht gesagt um einen Teil des Chips, welcher bei jeder Benutzung des Geräts dazulernt. Diese Einheit analysiert Muster in der Nutzung des Tablets und optimiert so etwa, welche Apps im Hintergrund geladen werden oder welche Vorschläge Siri macht. Auch Bildbearbeitungs-Programme profitieren davon.

Die Kamera im iPad 8 ist alles andere als spektakulär, aber für die meisten Zwecke ausreichend.
Die Kamera im iPad 8 ist alles andere als spektakulär, aber für die meisten Zwecke ausreichend.
© Christoph Fröhlich

Mittelmäßige Kameras

Die Kameras sind leider nur Mittelmaß. Die Acht-Megapixel-Knipse auf der Rückseite reicht für Schnappschüsse, AR-Anwendungen oder zum Einscannen von Dokumenten. Tolle Fotos gelingen damit allerdings nicht. Die Software-Funktionen sind im Vergleich zum iPhone ebenfalls beschnitten, so gibt es keine Porträtfunktion. Beides dürften die meisten iPad-Nutzer*innen aber auch nicht vermissen.

Die Frontkamera des iPad 8 löst mit 1,2 Megapixeln auf und ermöglicht 720p-Videos. In Zeiten einer globalen Pandemie und dem daraus folgenden Boom der Videotelefonie wäre eine Full-HD-Frontkamera eine willkommene Verbesserung gewesen. Die zwei Mikrofone erfassen allerdings zuverlässig und gut verständlich die Stimme.

Im Lieferumfang des iPad 8 ist nun ein 20-Watt-Netzteil enthalten.
Im Lieferumfang des iPad 8 ist nun ein 20-Watt-Netzteil enthalten.
© Christoph Fröhlich

Konnektivität und Batterielaufzeit

Das iPad 8 beherrscht Wlan bis zum 802.11ac-Standard, Wifi-6 wird nicht unterstützt. Der Funkstandard ist in den meisten Haushalten allerdings noch gar nicht angekommen. Das Modell mit Mobilfunkmodem unterstützt Gigabit-LTE, dafür enthält es neben dem Nano-SIM-Steckplatz auch eine zweite, elektronische SIM (eSIM).

Die Akkulaufzeit gibt Apple mit zehn Stunden an, diese wird zumindest bei normaler Filmwiedergabe auch eingehalten. Greift man nur gelegentlich zum iPad, weil man etwa in der Mittagspause ein Youtube-Video schaut oder abends auf dem Sofa im Netz surft, hält das iPad mehrere Tage ohne Steckdose durch. Apropos Steckdose: Im Lieferumfang ist nun das 20-Watt-Netzteil zum schnellen Aufladen samt USB-C-zu-Lightning-Kabel enthalten. Das iPad der 7. Generation braucht verglichen dazu aufgrund seines mickrigen 12-Watt-Ladegeräts ewig zum Aufladen. Wer sein iPad an einem älteren Mac, Windows-PC oder USB-A-Ladegeräten auflädt, braucht man jedoch zusätzlich eines der alten USB-A-zu-Lightning-Kabel.

Das iPad 8 lockt nicht mit vielen Neuerungen, doch mehr Tablet bekommt man kaum für sein Geld.
Das iPad 8 lockt nicht mit vielen Neuerungen, doch mehr Tablet bekommt man kaum für sein Geld.
© Christoph Fröhlich

Fazit: Das iPad 8 ist spektakulär unspektakulär

Das iPad 8 ist kein besonders spannendes Gerät. Der Prozessor ist neu, ansonsten bleibt alles beim Alten. Das macht es jedoch zu keinem schlechten Gerät, im Gegenteil: Mit 360 Euro ist es das günstigste aktuelle iPad, das man derzeit bekommen kann. Und es bleiben kaum Wünsche offen: Alle Streaming-Apps und Spiele werden unterstützt, das Gerät funktioniert als digitale Zeitschrift und Notizblock. Dafür benötigt man jedoch den mit 90 Euro nicht gerade günstigen Apple Pencil. Wer viel schreibt, kann sich zusätzlich noch eine Tastaturhülle kaufen, die sich bequem via Smart Connector an das Gerät anschließen lässt. Löblich auch, dass Apple selbst bei seinem günstigsten Tablet auf 100 Prozent recyceltes Aluminium und Zinn als Lötmittel in der Hauptplatine setzt und die Verpackungen aus recycelten Holzfasern bestehen.

Wer bereits ein iPad 7 besitzt, hat keinen Grund umzusteigen, denn dieses Gerät hat ebenfalls das Update auf iPadOS 14 erhalten. Wenn Sie ein Upgrade vom ursprünglichen iPad Air oder älteren Versionen des Einstiegs-iPad in Betracht ziehen und nicht zu viel Geld ausgeben möchten, dann ist dieses Modell jedoch eine gute Wahl. Natürlich wirkt das neue iPad Air mit seiner frischen Optik zeitgemäßer, aber es ist auch deutlich teurer.

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