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Nur 280 Euro Apple Watch SE im Test: Das kann die neue Günstig-Uhr von Apple

Die neue Apple Watch Se ist mit allen verfügbaren Bändern kompatibel
Die neue Apple Watch Se ist mit allen verfügbaren Bändern kompatibel
© Christoph Fröhlich
Apple rückt in die Mittelklasse: Mit der neuen Apple Watch SE bringt der Konzern eine Variante seiner Uhr, die alle wesentlichen Funktionen für einen niedrigeren Preis unterstützt. Doch einige Abstriche muss man in Kauf nehmen.

Die Apple Watch ist das, was man in Wirtschaftskreisen einen “Sleeper Hit” nennt. Gemeint sind damit Produkte, welche in der breiten Masse nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die ihnen eigentlich zustehen. Anfangs wurde die kleine Uhr als Rohrkrepierer verlacht. Doch mit der Fokussierung auf Fitness- und Gesundheits-Funktionen gelang es dem Konzern, immer neue Zielgruppen zu erschließen. Aus dem Nerd-Spielzeug wurde innerhalb weniger Jahre ein Lifestyle-Produkt mit Haben-Wollen-Faktor.

Das zeigen auch die Zahlen: Seit Verkaufsstart im Frühjahr 2015 sollen weltweit mehr als 103 Millionen Apple-Uhren verkauft, schätzen Experten. Allein im vergangenen Weihnachtsquartal sollen 13,8 Millionen Stück unterm Tannenbaum gelegen haben. Apple dominiert das Smartwatch-Segment mit einem Marktanteil von 55 Prozent. 

Um Apple Marktanteile abzujagen und weil im Premiumsegment kein Stich zu machen ist, setzt die Konkurrenz zunehmend auf günstigere Modelle. Der Konzern reagierte nun mit einer breiteren Produktpalette und stellte erstmals gleich zwei neue Uhren vor: Die Apple Watch Series 6 wird von der Apple Watch SE flankiert. Diese ist günstiger als das Premiummodell, aber teurer als die Series 3, die weiterhin im Angebot bleibt - die SE ist quasi die neue Apple-Watch-Mittelklasse. Sie bietet fast alle wichtigen Funktionen, die man von einer Apple Watch erwartet und kostet rund 290 Euro. Ob das ein guter Deal ist und worauf man verzichten muss verrät dieser Test.

Hier zu sehen: Das 44-mm-Modell der Apple Watch SE
Hier zu sehen: Das 44-mm-Modell der Apple Watch SE
© Christoph Fröhlich

Ein Best of der Apple-Watch-Geschichte

Auf den ersten Blick kann man die Apple Watch SE kaum von der Series 6 unterscheiden: Beide Modelle werden in zwei Größen (40 und 44 Millimeter) angeboten und setzen auf das ikonische quadratische Design mit abgerundeten Ecken samt drehbarer Krone. Lediglich die neuen Farben Blau und Rot sind dem Flaggschiff vorbehalten. 

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Doch technisch gibt es einige Unterschiede, und es fällt zugegeben schwer, im Detail den Überblick zu behalten. So gibt es Unterschiede beim ...

Prozessor: In der Apple Watch SE steckt nicht der brandneue S6-Chip, sondern der S5-Chip, den man aus der letztjährigen Series 5 kennt. Der ist im Alltag allerdings kaum langsamer, wie unser Test der Apple Watch Series 6 zeigte. Die Apple-eigenen Apps starten auf der SE quasi sofort, nervige Wartezeiten gibt es nicht. Anwendungen von Drittanbietern starten ebenfalls flink. 

Links die Series 6, rechts die SE: Bei aktiviertem Display erkennt man keinen Unterschied. 
Links die Series 6, rechts die SE: Bei aktiviertem Display erkennt man keinen Unterschied. 
© Christoph Fröhlich

Display: Der Bildschirm scheint identisch mit dem der Series 5 zu sein, Schärfe und Kontrast sind auf Augenhöhe. Der größere Bildschirm ist verglichen zu dem der Series 3 ein echter Mehrwert, bietet er doch deutlich mehr platz für Ziffernblätter und Komplikationen. kommt jedoch ohne die Always-on-Funktion. Sprich: Nach wenigen Sekunden Inaktivität wird der Bildschirm schwarz. Das sieht nicht so schick aus, wirkt sich aber positiv auf die Akkulaufzeit aus. Bis zu zwei Tage hält sie mit einer Ladung durch, wenn man auf Sport verzichtet - das Top-Modell hält mit dauerhaft aktiviertem Bildschirm gerade einmal einen Tag durch.

Links der Sensor der Apple Watch SE, rechts der neue zur Blutsauerstoffmessung  und EKG der Series 6.
Links der Sensor der Apple Watch SE, rechts der neue zur Blutsauerstoffmessung  und EKG der Series 6.
© Christoph Fröhlich

Sensoren: Obwohl die Series 4 die erste Apple Watch mit EKG-Unterstützung war, wird diese Funktion von der SE nicht unterstützt. Dasselbe gilt für die neuen Funktionen der Series 6 zur Messung des Blutsauerstoffs. Dafür sind wiederum der gleiche Kompass und der ständig eingeschaltete Höhenmesser aus dem aktuellen Spitzenmodell verbaut. Die mit der Series 4 eingeführte Sturzerkennung und Detektion von Herzrhythmusstörungen ist ebenfalls integriert.

Speicher: Die Apple Watch SE besitzt 32 Gigabyte internen Speicher, auf dem Apps, Musik und Podcasts heruntergeladen werden können. Das ist mehr als ausreichend und doppelt so viel wie bei der Series 4.

Die Apple Watch SE lädt nicht so schnell wie die Series 6
Die Apple Watch SE lädt nicht so schnell wie die Series 6
© Christoph Fröhlich

Technische Details: Im Gegensatz zur Series 6 fehlen der Apple Watch SE die Unterstützung für Wlan-Netze im 5-Gigahertz-Standard, der U1-Chip und die Schnelllade-Funktion. Während der U1-Chip vor allem Zukunftsmusik ist und das bessere Wlan ein Nice-to-have, merkt man den Unterschied beim Schnellladen. nach rund einer Stunde ist die Uhr zu knapp 55 Prozent geladen.

Software-Funktionen: Die Apple Watch SE läuft mit watchOS 7 und unterstützt damit alle neuen Ziffernblätter und Komplikationen, den Händewasch-Timer, die Familienkonfiguration und die Schlaf-App. Bereits bestehende Funktionen wie Apple Pay, der Dezibelmesser, der SOS-Notruf und sämtliche Trainings-Modi sind ebenfalls an Bord. Bis auf die Apps zur EKG- und Blutsauerstoffmessung hat man auf der günstigeren SE die gleiche Nutzererfahrung wie auf der Series 6.

Für wen lohnt sich die Apple Watch SE?

Ist die Apple Watch SE nun nichts Halbes und nichts Ganzes oder ein Preis-Leistungs-Hit? Das kommt darauf an, wofür man sich eine Apple Watch zulegen möchte. Geht es in erster Linie um die Fitness- und Benachrichtigungs-Funktionen, ist die Apple Watch SE ein gleichwertiges, aber günstigeres Pendant zur Series 6. Sämtliche Workouts werden unterstützt und die Blutsauerstoff-Messung des Spitzenmodells spielt in diesem Bereich ebenso wie EKG-Funktion keine Rolle.

Das gilt allerdings auch für die noch einmal 80 Euro günstigere Series 3, die ebenfalls das Update auf watchOS 7 erhalten hat. Dieses Modell hat andererseits aber schon drei Jahre auf dem Buckel und dürfte vermutlich nur noch ein bis zwei Jahre Updates erhalten. Auch wenn die zusätzliche Ersparnis verlockend ist, die SE ist im Gesamtpaket der bessere Deal. Denn für das neue Modell spricht der größere Bildschirm, der schnellere Chip, ein dauerhaft aktiver Höhenmesser, mehr Speicher, der Kompass und der verbesserte Herzsensor. 

Die SE vereint somit die wichtigsten Funktionen, welche die Apple Watch im Alltag auszeichnen. Oder anders ausgedrückt: Wäre die Apple Watch eine Band, die SE wäre das "Greatest Hits"-Album. Nur auf das Bonus-Material wie das Always-on-Display, die EKG-Funktion und den Sensor für Blutsauerstoff muss man im Vergleich zur Series 6 verzichten. Ob einem das je nach Größe 127 bis 175 Euro wert ist, muss jede*r selbst entscheiden. Unseren Test zur Apple Watch Series 6 finden Sie hier.

Smartwatch Test: Hier geht es zum Smartwatch Vergleich. 

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