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Tim Cook hat gut lachen: Konkurrenten abgeworben: Apple betritt bald den nächsten großen Markt

Netflix, Amazon - und bald auch Apple: Der iPhone-Hersteller hat schon wieder hochrangige Manager aus dem Seriengeschäft von der Konkurrenz abgeworben. Bereits im kommenden Jahr könnte Apple sein eigenes Netflix vorstellen.

Tim Cook wildert bei der Konkurrenz

Tim Cook wildert bei der Konkurrenz

Der Kampf ums Wohnzimmer wird bislang vornehmlich zwischen Netflix und Amazon ausgetragen. Beide Dienste haben mehr als 100 Millionen Nutzer weltweit. Doch ein Branchen-Schwergewicht will nun ebenfalls ein Stück vom Kuchen abhaben: Apple. Bislang konzentriert sich der iPhone-Konzern aufs Musikstreaming, im kommenden Jahr dürften aber auch eigene Serien und Filme folgen. Darauf deuten eine Vielzahl von Medienberichten hin.

Apple wildert bei den Amazon Studios

So vermeldete "Variety", das Apple jüngst drei Manager der Amazon Studios abgeworben habe. Unter ihnen sind Carina Walker, sie war bei Amazon für internationale Produktionen tätig, und Tara Sorensen, sie betreute bei Amazon die Kids-Sparte. Bei Apple dürften sie ebenfalls in diesen Bereichen tätig sein.

Mittlerweile gibt es beinahe im Wochentakt neue Meldungen zu Apples Serien-Offensive: Mit Jamie Erlicht und Zack Van Amburg verpflichtete Apple zwei ehemalige Sony-Manager, die unter anderem für "Breaking Bad" und "The Crown" verantwortlich waren. Das "Wall Street Journal" berichtete, Steven Spielberg und dessen Produktionsfirma Amblin Television werden für Apple eine Neuauflage der TV-Serie "Unglaubliche Geschichten" aus den 80er Jahren drehen. Zudem sicherte sich der Konzern die Rechte für eine Serie mit Jennifer Aniston und Reese Witherspoon. Insgesamt will Apple eine Milliarde in Exklusiv-Inhalte investieren.

Offiziell hält sich der Konzern noch bedeckt. Auf die Medienberichte angesprochen gab sich Apples Marketing-Chef Phil Schiller im stern-Exklusivinterview schmallippig: "Darüber kann ich nicht reden. Seit Jahren versuchen wir mit Apple TV herauszufinden, wie Entertainment zuhause weiterentwickelt werden kann. Und wir glauben, wir können diese Erfahrung wirklich verändern." Wohin die Reise geht, wollte er nicht verraten: "Wir konzentrieren uns erstmal auf den Apple TV." Die Streaming-Box dürfte der Schlüssel für das Serien-Geschäft sein. Mit der letzten Generation führte Apple UHD- und HDR-Support ein. Zudem wurden die TV-App und Amazons Prime Video nach Deutschland gebracht.

Tim Cook setzt große Hoffnungen in Services-Sparte

Das Kalkül der Kalifornier dürfte klar sein: Eigene Serien sind exklusiv auf dem firmeneigenen Streaming Dienst Apple Music zu sehen. So sollen neue Abonnenten gewonnen werden. Ende September verkündete der Konzern, die Marke von 30 Millionen zahlenden Kunden durchbrochen zu haben. Zum Vergleich: Spotify dürfte demnächst 70 Millionen zahlende Nutzer haben. Bis zum Unentschieden ist es noch ein langer Weg.

Doch die Ambitionen sind groß: Bis zum Jahr 2020 peilt Cook Einnahmen in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar mit der Services-Sparte an, das wäre in etwa doppelt so viel wie heute. Zu den Services gehört nicht nur der Streamingdienst Apple Music, sondern auch das Geschäft mit der iCloud oder iTunes.