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Autohersteller: Porsche investiert Milliarden bei VW

Porsche-Vorstandschef Wiedeking hat bei der Bilanz-Pressekonferenz erstmals einen Preis für den Einstieg bei Volkswagen genannt. Er rechnet damit, dass sich diese Milliardeninvestition bald auszahlen wird.

Porsche-Finanzvorstand Holger Härter sagte am Mittwoch in Stuttgart bei der Bilanzpressekonferenz, Porsche habe seinen Einstieg bei Volkswagen rund 3,5 Milliarden Euro bezahlt. Porsche erhofft sich durch diese Investition einen deutlichen Ertragssprung. Die Zusammenarbeit von beiden Unternehmen solle beim Einkauf von Rohstoffen, Betriebsmitteln oder Verbrauchsmaterialien gebündelt werden. Die Materialkosten sollten durch die gemeinsame Verwendung von Bauteilen und Modulen gesenkt werden.

Vorstandschef Wendelin Wiedeking sagte am Mittwoch in Stuttgart: "Der Einstieg bei Volkswagen ist für das Unternehmen ein wichtiger Schritt, der Porsche hilft, seine Zukunft zu sichern. Mit dem Investment werden wir unsere Selbstständigkeit absichern." Porsche profitiere von gemeinsamen Projekten in Forschung, Entwicklung, Beschaffung und Produktion. "Alles in allem streben wir mittelfristig aus unserem Investment einen zusätzlichen jährlichen Nutzen an, der sich mindestens auf einen dreistelligen Millionenbetrag belaufen wird." Die Option zum Erwerb weiterer Anteile an dem Wolfsburger Volumenhersteller sei noch nicht gezogen. Porsche ist mit mehr als 18 Prozent bereits der größte Anteilseigner bei Volkswagen. An zweiter Stelle folgt das Land Niedersachsen.

25.635 Fahrzeuge verkauft

Porsche strebt nach einem Rekordjahr auch im laufenden Geschäftsjahr 2005/06 (31. Juli) neue Spitzenwerte an. In den ersten vier Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2005/06 verbesserte Porsche seinen Konzernumsatz nach vorläufigen Zahlen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,7 Prozent auf 2,02 Milliarden Euro. Der Absatz legte um 8,5 Prozent auf 25.635 Fahrzeuge zu.

Eingebrochen sind hingegen die Verkaufszahlen des bisherigen Verkaufsschlagers Cayenne. Von dem Geländewagen lieferte Porsche nur noch 10.974 Fahrzeuge an die Kunden aus, 17 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. "Der Absatz des Cayenne wird spürbar zurückgehen", sagte ein Porsche-Sprecher mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr. Die bislang voll ausgelastete Produktion des Cayenne werde der Lage angepasst. "Der Cayenne ist im vierten Lebensjahr", begründete der Sprecher den erwarteten Rückgang des zuletzt meistverkauften Porsche-Modells. Die Nachfrage lasse deshalb nach. Zudem beteilige sich Porsche nicht an der Rabattschlacht in den USA und müsse daher auf dem wichtigen Markt auf Verkäufe verzichten. In jüngster Zeit hatte Porsche die Cayenne-Baureihe vor allem als Familienauto beworben, um neue Käuferschichten anzusprechen.

Wiedeking sagte, für das Gesamtjahr werde dennoch weiteres Wachstum bei Absatz und Umsatz erwartet. Bei der Profitabilität habe das Unternehmen inzwischen ein Niveau erreicht, das weit über dem aller Automobilhersteller weltweit liege. "Auch wenn wir an diesem Kurs festhalten, ist doch klar, dass wir ab diesem Geschäftsjahr enorme Entwicklungsaufwendungen für das Panamera-Projekt und den Hybrid-Antrieb des Cayenne zu schultern haben." Letzteres könne man sich mit Volkswagen teilen, doch unter dem Strich bilde diese Art der Zukunftssicherung "zunächst einmal eine Belastung für die Ertragsrechnung", sagte Wiedeking.

AP/DPA / AP / DPA