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Autoindustrie: Kfz-Steuerbefreiung für Neuwagen

Wer im kommenden Jahr einen umweltfreundlichen Neuwagen kauft, soll für zwei Jahre von der Kfz-Steuer befreit werden. Dadurch will die Bundesregierung der kriselnden Autobranche unter die Arme greifen. Gelten soll die Befreiung für Neuwagen, die die Schadstoffnormen Euro-5 und Euro-6 erfüllen.

Zur Ankurbelung der Konjunktur will die Bundesregierung die Kfz-Steuer für umweltfreundliche Neuwagen bis zu zwei Jahre lang aussetzen. Dies bestätigte Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin". Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) werde den Bundesländern den Vorschlag machen, "besonders saubere Fahrzeuge" für eine befristete Zeit von der Steuer auszunehmen. Die Länder, denen diese Einnahmen bislang zustehen, müssen noch zustimmen. Insgesamt flossen vergangenes Jahr durch die Kfz-Steuer 8,9 Milliarden Euro in die Kassen des Staates.

Nach Informationen der "Rheinischen Post" sollen die Halter von Neuwagen der Schadstoffklassen Euro-5 und Euro-6, die im kommenden Jahr angeschafft werden, für zwei Jahre keine Steuern zahlen müssen. Käufer von Autos der Abgasnorm Euro-4 erhalten ein Jahr Steuerfreiheit. Die Steuerausfälle würden für 2009 auf zwei Milliarden Euro beziffert. Künftig sollen die Einnahmen aus der Kfz-Steuer nicht mehr an die Länder, sondern an den Bund fließen. Im Gegenzug sollen die Länder einen höheren Anteil an der Umsatzsteuer bekommen.

Das Gesamtvolumen der von der Bundesregierung diskutierten Konjunkturhilfen bezifferte SPD-Fraktionschef Peter Struck in der "Berliner Zeitung" für die kommenden beiden Jahre auf 20 bis 25 Milliarden Euro. Als weitere Maßnahmen nannte er unter anderem die Weiterführung eines Programms für die Gebäudesanierung, Projekte für die Verkehrsinfrastruktur sowie zeitlich begrenzte Abschreibungen für Unternehmen. Das Bundeskabinett will das Gesamtpaket am kommenden Mittwoch verabschieden.

Umweltminister Gabriel sagte zu den Kfz-Steuer-Plänen: "Der Finanzminister wird vorschlagen, sie beim Bund zu übernehmen und sich mit den Ländern darauf zu verständigen, wie man den Steuerausfall aufteilt. Das wollen wir natürlich nicht den Ländern allein aufbürden." Später solle die Kfz-Steuer statt von der Größe des Hubraums vom Ausstoß an Kohlendioxid (CO2) abhängig gemacht werden.

Der Präsident des Automobilverbands VDA, Matthias Wissmann, forderte jenseits der Überlegungen zur Kfz-Steuer eine Umweltprämie beim Kauf neuer Fahrzeuge. "Wir müssen dringend Klarheit in diesem Punkt schaffen", sagte er dem Blatt.

DPA / DPA