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Axel Simon: Bitburger Bierbrauer wird 60

Hinter dem international bekannten Bitburger Bier und seiner flotten Werbung "Bitte ein Bit" steht ein nicht ganz so bekannter Name: Der rheinland-pfälzische Bierbrauer Axel Simon, letzter Namensträger der Gründerfamilie.

Hinter dem international bekannten Bitburger Bier und seiner flotten Werbung "Bitte ein Bit" steht ein nicht ganz so bekannter Name: Der rheinland-pfälzische Bierbrauer Axel Simon, letzter Namensträger der Gründerfamilie der Bitburger Brauerei Th. Simon GmbH, wird am 11. August 60 Jahre. Der Unternehmer mit dem Doktortitel half mit seinen wissenschaftlichen Arbeiten auch der Bierherstellung in ganz Deutschland auf die Sprünge. Seinen runden Geburtstag feiert er mit einem großen Brauereifest.

Bereits die sechste Generation

Als der Wirtschaftsingenieur 1972 in der sechsten Generation in den Familienbetrieb eintrat, betrug die jährliche Leistung der Braustätte gerade einmal 100 Millionen Liter Bier. Inzwischen ist der Jahresausstoß von Bitburger mehr als vier Mal so hoch und die Kapazität liegt bei rund einer halbe Milliarde Liter. Die Zahl der Beschäftigten stieg von damals 400 auf inzwischen rund 1.000. Simon zeichnet als einer von drei Geschäftsführern des Familienunternehmens für die technische Entwicklung und für Umweltschutz verantwortlich. Er ist Präsident der einzigen deutschen Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin und Mitglied in verschiedenen Gremien des Deutschen Brauer-Bundes.

Initiator einer Versuchsbrauerei

Auf Simon geht eine der wenigen Versuchsbrauereien Deutschlands zurück. Sie steht auf der grünen Wiese vor den Toren Bitburgs gemeinsam mit der 1983 fertig gestellten und rund 250 Millionen Euro teuren Braustätte. Im Zentrum von Bitburg befindet sich hingegen nur noch der Verwaltungssitz des Unternehmens. «Die Produktion hier in der Stadt war logistisch einfach nicht mehr zu bewältigen», erzählt Simon. In den nächsten Jahren sollen die alten Brau-Anlagen abgerissen werden.

Sparsame Produktionsweise

Simon entwickelte ein modernisiertes Verfahren, mit dem Bier unter niedrigem Druck gekocht wird und damit Energie sparend hergestellt werden kann. Inzwischen wenden viele Brauereien diese Methode an. Simon selbst trinkt am liebsten gezapftes Pils in einem dünnwandigen Glas, probiert auch Bier von Konkurrenten und bietet Besuchern auch Mineralwasser der Marke Gerolsteiner an, das mit Bitburger zur Bitburger Getränke Verwaltungsgesellschaft GmbH gehört.

Übernahme der ostdeutschen Brauhäuser

"Mein Spielplatz in Kinderjahren war die Brauerei - ich wollte nie etwas anderes", sagt der Sohn eines Bierbrauers. Aushilfsarbeiten und Praktika zeichneten den Weg früh vor. Trotzdem habe er sich in dem patriarchalischem Betrieb alles hart erarbeiten müssen. Die Übername der beiden ostdeutschen Brauhäuser Köstritzer Schwarzbier (1991) und Wernesgrüner (2001) nennt Simon rückblickend Höhepunkte seiner Laufbahn.

Kein Interesse am Billigsegment

Bitburger will sich nach seinen Worten weiter auf starke Marken konzentrieren und nicht im Billigsegment mitmischen. Große Werbeaktionen und der schon 1937 ausgerufene Spruch «Bitte ein Bit» haben die Marke international bekannt gemacht. Rund 390 Millionen Euro Nettoumsatz erwirtschaftete Bitburger im vorigen Jahr. Damit belegt die Brauerei nach eigenen Angaben Platz drei unter den größten deutschen Biermarken - nach Krombacher und Warsteiner. Bei Fassbieren gilt die Brauerei als unangefochtene Spitzenreiterin.

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