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Axel Weber begründet Nicht-EZB-Kandidatur: Mangelnde Akzeptanz und Glaubwürdikeit

Einige Regierungen hätten seine EZB-Kandiatur nicht akzeptiert. Das gab der scheidende Bundesbank-Chef Weber als Grund dafür an, nicht kandidieren zu wollen. Über seine berufliche Zukunft schweigt er sich weiter aus.

Nach seiner Rücktrittsankündigung hat Bundesbank-Präsident Axel Weber seinen Verzicht auf eine Kandidatur um den Posten den EZB-Präsidenten mit mangelnder Akzeptanz in den Euro-Ländern begründet. Dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank komme eine Sonderstellung zu, sagte Weber dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" laut Vorabbericht vom Samstag. Wenn der Präsident jedoch zu wichtigen Fragen eine Minderheitsmeinung vertrete, leide die Glaubwürdigkeit dieses Amts. Er habe bei einigen wichtigen Entscheidungen in den vergangenen zwölf Monaten klare Positionen bezogen. "Die Positionen mögen für die Akzeptanz meiner Person bei einigen Regierungen nicht immer förderlich gewesen sein", sagte Weber. Seither sei seine Überzeugung gereift, dass er das Amt des EZB-Präsidenten nicht anstrebe.

Weber galt lange Zeit als heißer Kandidat für den Chefposten bei der EZB. Nach eigenen Angaben hatte er aber bereits im Herbst der Bundesregierung signalisiert, "dass für mich mehrere berufliche Optionen bestehen". Im Januar habe er darüber mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gesprochen. Es habe keine Festlegung auf eine Kandidatur gegeben, sondern die Vereinbarung, im März noch einmal ein Gespräch darüber zu führen. "Seit Januar ist dann mein Entschluss gereift", sagte Weber dem "Spiegel". Über seine Entscheidung habe er dann zunächst den Bundesbankvorstand informiert. Dass Details des Gespräches durch eine Indiskretion an die Öffentlichkeit gelangt seien, bedauere er.

Die Bundesregierung hatte am Freitag Webers Rückzug von der Spitze der Bundesbank zum 30. April angekündigt. Sein Nachfolger soll in der kommenden Woche bekannt gegeben werden. Über seine Zukunft äußerte sich Weber bisher nicht. Weber will sich nach eigener Aussage jetzt erst einmal eine Karenzzeit gönnen. "Ich möchte nicht vor dem nächsten Jahr irgendeine Tätigkeit aufnehmen", sagte er dem Nachrichtenmagazin. Zu den Gerüchten, er werde an die Spitze der Deutschen Bank wechseln, sagte er: "Solange ich im Amt bin, führe ich keine Gespräche über meine berufliche Zukunft."

liri/Reuters/AFP / Reuters