Neue US-Zölle könnten das Wirtschaftswachstum in Deutschland aus Sicht der Industrie "erheblich drücken". BDI-Präsident Peter Leibinger nannte die jüngsten Zollandrohungen von US-Präsident Donald Trump unangemessen und für alle Seiten schädlich. Europa müsse darauf einig und selbstbewusst reagieren.
Trump hatte angekündigt, ab dem 1. Februar Strafzölle auf Waren aus Deutschland und anderen europäischen Nato-Ländern zu verhängen. Damit will er den Widerstand gegen einen Verkauf Grönlands an die USA brechen.
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) rechnet in diesem Jahr mit einem Wirtschaftswachstum in Deutschland von einem Prozent - darin sind aber mögliche neue US-Zölle nicht berücksichtigt. Leibinger sagte, dieses Plus wäre nach drei Jahren Stagnation ein Hoffnungssignal. Die Stimmung in der Industrie aber bleibe fragil. Die Industrie werde voraussichtlich schwächer wachsen als die Gesamtwirtschaft.
BDI fordert eine Wende im laufenden Jahr
Nur wenn die Stärkung von Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum eine hohe Priorität habe, könne der Abwärtstrend der Industrieproduktion gestoppt werden. Im Jahr 2026 müsse eine Wende eingeleitet werden. Leibinger forderte die Bundesregierung zu mehr Tempo bei Strukturreformen auf. Der BDI fordert einen konsequenten Bürokratieabbau, einen langfristigen Fahrplan für ein Energiesystem mit geringeren Systemkosten, schnellere Genehmigungen für Industrieanlagen, flexiblere Arbeitszeitmodelle und Reformen der Sozialversicherungen.
Anfang Dezember hatte Leibinger die Lage der Wirtschaft in düsteren Worten umschrieben. Der Wirtschaftsstandort Deutschland sei im "freien Fall".