Bilanz Google steigert Gewinn trotz Finanzkrise


Der Suchmaschinen-Riese Google hat auch in wirtschaftlich schweren Zeiten Erfolg. Trotz Finanzkrise konnte der Konzern seinen Gewinn im ersten Quartal ausbauen. Dennoch macht sich die Rezession bemerkbar: Google hat den Verkauf von Zeitungsanzeigen eingestellt und Mitarbeiter entlassen.

Der erfolgsverwöhnte Internet-Konzern Google hat der Wirtschaftskrise zum Jahresauftakt erneut mit einem Gewinnsprung getrotzt. Das Wachstum des Suchmaschinen-Riesen verlangsamte sich allerdings angesichts der Werbeflaute. Google spüre definitiv die Folgen der Rezession, sagte Konzernchef Eric Schmidt. "Die Benutzer suchen weiterhin, aber sie kaufen weniger. Das heißt, die Anzeigen rechnen sich weniger." Das aktuelle wirtschaftliche Umfeld bleibe hart.

Der Überschuss kletterte im ersten Quartal zum Vorjahr um neun Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro). Der Umsatz wuchs auch dank eines guten Deutschlandgeschäfts um sechs Prozent auf 5,5 Milliarden Dollar. "Deutschland war einer der relativ freundlichen Märkte", sagte Googles Finanzchef. Erstmals seit dem Börsengang fiel der Konzernumsatz aber im Vergleich zum Vorquartal, er sank um mehr als drei Prozent.

In der Krise tritt auch Google auf die Kostenbremse: Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte sank die Mitarbeiterzahl leicht auf rund 20.160 Beschäftigte. Google hatte zudem kleinere Geschäfte etwa mit dem Verkauf von Zeitungsanzeigen über "Google Print-Ads" in der Werbeflaute eingestellt. Mit Blick auf die Rezession sagte Schmidt zu den Geschäftsaussichten: "Wir bewegen uns weiter in unbekanntem Gelände."

Dennoch übertraf der Suchmaschinen-Riese mit dem Ergebnis die Erwartungen der Analysten. Die Aktie legte nachbörslich deutlich zu. Seit Anfang März gewann sie mehr als ein Drittel auf zuletzt knapp 390 Dollar.

Googles wesentliche Einnahmequelle sind Werbeanzeigen zu den Treffern seiner Internet-Suche. Der Konzern ist hier mit weitem Abstand Marktführer vor Yahoo! und Microsoft. Dem Software-Riesen Microsoft kommt Google auch zunehmend mit eigenen Computer-Programmen sowie einem Betriebssystem für Handys ins Gehege. Dieses von Google initiierte Betriebssystem Android wollen einige Computerbauer auch in einfachen Laptops, sogenannten Netbooks einsetzen.

Die bezahlten Klicks - ein Gradmesser für Googles Einnahmen - kletterten im ersten Quartal zum Vorjahr um 17 Prozent, zum Vorquartal aber nur um drei Prozent. Über die Hälfte der Umsätze erzielt Google außerhalb der USA. Die an Partner abgeführten Erlöse lagen bei 1,4 Milliarden Dollar oder 27 Prozent des Werbeumsatzes.

DPA/Reuters DPA Reuters

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