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Symbolisches Dorf "Von RWE vorführen lassen": Klimaaktivistin Neubauer kritisiert Grüne wegen Lützerath-Entscheidung

Siedlung Lützerath
Die Siedlung Lützerath soll dem Braunkohletagebau Garzweiler weichen
© Marius Becker / DPA
Das von den grün geführten MInisterien im Bund und in NRW mit dem Energiekonzern RWE ausgehandelte Kohlepaket stößt auf den Widerstand von Umweltaktivisten. Im Zentrum der Kritik: die Aufgabe der Siedlung Lützerath.

Die Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer hat die Grünen wegen der Entscheidung zum Abbaggern des Dorfes Lützerath im rheinischen Braunkohlrevier scharf kritisiert. "Kein deutscher Konzern hat die Klimakrise so sehr befeuert wie RWE und jetzt haben sich ausgerechnet die Grünen von RWE vorführen lassen", sagte Neubauer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Dabei sei bekannt, dass der Kohleausstieg 2030 auch gegen den Willen von RWE kommen müsse und eine sichere Energieversorgung auch mit dem Verzicht auf den Kohleabbau in Lützerath möglich sei.

Braunkohle unter Lützerath wird angeblich benötigt

RWE hatte sich am Dienstag mit den von den Grünen geführten Wirtschaftsministerien im Bund sowie in Nordrhein-Westfalen auf ein Ende der Braunkohleverstromung bis 2030 statt wie vorher 2038 geeinigt. Nach Angaben beider Seiten wird jedoch die Kohle unter der Siedlung Lützerath im Vorfeld des Tagebaus Garzweiler "benötigt, um die Braunkohlenflotte in der Energiekrise mit hoher Auslastung zu betreiben".

"Das ist ein schlechter Tag für die Grünen, für das Klima und für alle Menschen, die nicht wollen, dass räuberische Kohlekonzerne die Energiewende diktieren", sagte Neubauer. Die Bundesregierung insgesamt werfe RWE "nun die 1,5-Grad-Grenze und das bedeutsamste Symbol des Klimaschutzes zum Fraß vor und will das auch noch als Erfolg verkaufen."

Schon unmittelbar nach der Entscheidung hatte sich die Grüne Jugend - also Parteifreunde von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur - mit scharfer Kritik zu Wort gemeldet. Die Grüne Jugend schrieb auf Twitter, die Kohle unter Lützerath werde nicht mehr gebraucht. "Im Gegenteil: Damit heizen wir die Klimakrise weiter an." Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland meinte, die Grünen opferten Lützerath.

Die Proteste am Ort dürften in den kommenden Monaten zunehmen. "Wir werden das Dorf mit der gesamten Klimagerechtigkeitsbewegung schützen, das wird ähnlich wie im Hambacher Forst", sagte Christopher Laumanns von der Organisation "Alle Dörfer bleiben!". Der Hambacher Forst, der am Rand des Braunkohletagebaus liegt, galt und gilt als Symbol der Auseinandersetzung zwischen Klimaschützern und der Kohlebranche.

kng AFP DPA

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