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Übernahmegerüchte: Gehört C&A bald Chinesen? Eine Traditionsfirma zwischen Übernahme und Unabhängigkeit

Offenbar sollen chinesische Investoren Interesse an der Modekette "C&A" haben. Die Motivation dahinter: C&A könnte vom boomenden Markt in Asien profitieren. Das Unternehmen kommentiert die Medienberichte dazu nicht. 

C&A vor dem Verkauf an Chinesen

C&A könnte bald von chinesischen Investoren gekauft werden

Schlecht scheint das abgelaufene Geschäftsjahr für die C&A nicht gelaufen zu sein. "C&A blickt auf eine herausragende Geschäftsleistung in 2017 zurück und wir wollen auf diesem Momentum durch weitere Innovation und Expansion aufbauen", hieß es in der Mitteilung. Doch Schlagworte wie Innovation oder Expansion sagen erstmal wenig. Diese Mitteilung des Unternehmens wurde nicht in den luftleeren Raum gefeuert. Es ist eine Reaktion.

C&A: Wachstum in China

Zuvor hatte " berichtet", dass die Traditionskette C&A an einen chinesischen Investor verkauft werden könnte. Das wollte das Unternehmen zwar nicht kommentieren, doch es ist kein Geheimnis, dass C&A nach Wegen sucht, auch von dem Wachstum in boomenden Regionen wie China oder im Online-Handel stärker zu partizipieren. Dazu würden auch Partnerschaften und externe Beteiligungen geprüft, teilte die Schweizer Familienholding Cofra am Montag mit.  

Konkurrenz durch Primark und H&M

Tatsächlich kämpft auch C&A mit der Marktsituation. Für Druck sorgt die wachsende Zahl von Billiganbietern wie beispielsweise Primark, die gerade in den Augen der jungen Kundschaft oft modischere Artikel im Angebot hat. Doch die Konkurrenz greift inzwischen nicht mehr nur in den Einkaufsstraßen an: Ähnlich wie eine ganze Reihe von Konkurrenten hat C&A die Verlagerung des Shoppings ins Internet verschlafen. Erst Ende 2016 räumte Philippe Brenninkmeijer seinen Posten als Europa-Chef der Firma. Um im Digitalgeschäft schnell Boden gut zu machen, holte C&A den ehemaligen Rewe-Chef Alain Caparros. Der hatte die Supermarktkette wie bislang kaum eine andere in auf den Online-Handel eingeschworen. Ähnliche Erfolge erhofft man sich offenbar nun von ihm im Mode-Business. Darüber hinaus straffte C&A die Verwaltung und sein Filialnetz. Abgeschlossen ist der Transformationsprozess jedoch noch nicht.

C&A steigert Umsatz

Nun sickerte das -Gerücht durch. C&A ist bereits auf dem chinesischen Markt aktiv und betreibt dort Filialen. Inwieweit ein einheimischer Investor das Durchstarten der Textilkette begünstigt, ist unklar. Doch der Käufer würde in ein Unternehmen einsteigen, das bereits erste Reformerfolge feiern konnte. Das Branchenfachblatt "Textilwirtschaft" berichtete kürzlich unter Berufung auf Unternehmensangaben, dass die Umsätze auch in Deutschland zuletzt wieder gestiegen seien. Gute Nachrichten in einem umkämpften Markt. So muss der Wettbewerber H&M seit rund zwei Jahren schwindende Gewinne und Umsätze hinnehmen.

C&A kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Das 1841 gegründete Familienunternehmen ist Deutschlands drittgrößter Textilhändler.


kg mit Agentur