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Lockerung des Corona-Shutdowns: Welche Läden in welchem Bundesland am Montag wieder öffnen

Am kommenden Montag dürfen viele Geschäfte nach der langen Corona-Pause wieder öffnen. Trotz der Vorgaben der Bundesregierung haben die Länder das letzte Wort, welche Läden wirklich öffnen dürfen. Eine Übersicht.

Corona-Beschränkungen: Offene Fragen vor Wiedereröffnung

Am kommenden Montag ist es soweit. Geschäfte bis zu einer gewissen Größe dürfen wieder öffnen - sofern sie die nötigen Hygienestandards zum Schutz gegen das Coronavirus erfüllen. Trotz der langen Zwangspause rechnet der Deutsche Städtetag nicht mit einem Ansturm, sondern eher mit Zurückhaltung der Kunden. "Wir gehen davon aus, dass die Bevölkerung die wiedergewonnenen Möglichkeiten ab Montag gerne nutzen wird", sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der Deutschen Presse-Agentur. "Aber wir erwarten jetzt auch nicht den riesigen Ansturm: Die Geschäfte, die jetzt wieder öffnen, sind eine Woche später noch genauso erreichbar." Die Städte rechneten vielmehr damit, dass diese ersten Lockerungen auch mit der weiter gebotenen Vorsicht genutzt werden.

Bund und Länder hatten sich darauf geeinigt, dass Geschäfte, die nun wieder öffnen dürfen, höchstens eine Ladenfläche von 800 Quadratmetern haben dürfen. Öffnen dürfen zudem - unabhängig von ihrer Größe - auch Kfz- und Fahrradhändler sowie Buchhandlungen. Letztlich entscheiden aber die einzelnen Bundesländer, wie sie die von der Kanzlerin und den Ministerpräsidenten beschlossenen Lockerungen konkret gestalten.

Laden-Öffnungen: So sieht es in den Ländern aus

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) waren bekanntlich schon die viel diskutierten 800 Quadratmeter zuviel. Wohl auch deshalb sind die Regeln in Bayern besonders streng. Zwar ließ sich Söder letztlich auf die Größenordnung ein, doch dafür öffnen die kleineren Läden im Freistaat erst am 27. April, damit sie sich entsprechend vorbereiten können, heißt es. Baumärkte und Gartencenter dürfen dagegen schon am Montag öffnen - allerdings nur mit Zugangsbeschränkungen und Regeln für die Parkplätze. Die Maßgabe: "Maximal ein Kunde pro 20 Quadratmeter". Friseure und Fußpflege sollen dann am 4. Mai folgen.

In Berlin und Brandenburg soll die 800-Quadratmeter-Regel kreativ ausgelegt werden. Vorstellbar sei, dass zum Beispiel Kaufhäuser entsprechend große Sonderflächen abstecken können, in denen das Einkaufen dann erlaubt sei, sagte Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Bündnis 90/Grüne) der "Bild"-Zeitung. Beschlossene Sache ist das aber noch nicht. In Brandenburg öffnen die kleineren Geschäfte erst am Mittwoch, dann aber auch in Einkaufszentren. Museen und Tierparks - allerdings ohne Tierhäuser - dürfen unter den üblichen Hygieneauflagen ebenfalls am Mittwoch öffnen. Großzügig bei Auslegung der 800-Quadratmeter-Regel will auch Hamburg sein. Was das genau bedeuten soll, ist derzeit aber noch unklar.

NRW: Auch Möbelhäuser und Babymärkte sollen öffnen

Nordrhein-Westfalen möchte die Lockerungen großzügig auslegen. Neben den kleineren Läden, Autohäusern, Fahrradläden und Buchhandlungen sollen an Rhein und Ruhr auch Möbelhäuser, darunter Ikea, Roller, Porta Möbel, öffnen dürfen. Ebenso wird es Babymärkten erlaubt, wieder Kunden zu begrüßen. Der Warenhaus-Konzern Galeria Kaufhof-Karstadt will seine Öffnung vor dem Oberverwaltungsgericht des Landes durchsetzen; die Entscheidung wird für kommende Woche erwartet. In Berlin und Greifswald sind ähnliche Eilanträge bereits abgewiesen worden.

Auch in Bremen steht eine Entscheidung zu Kaufhof- Karstadt noch aus. Ansonsten will sich die Hansestadt nach eigenen Angaben an die Vorgaben für die Ladenöffnungen halten. Ob die Geschäfte schon am Montag oder erst am Dienstag öffnen, hänge davon ab, ob der Einzelhandel die Vorsichtsmaßnahmen gegen das Virus rechtzeitig umsetzen kann.

Thüringen: Museen und Bibliotheken sollen auch öffnen

Niedersachsen will nach Angaben von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) ähnlich wie Berlin auch größeren Geschäften die Öffnung erlauben, sofern sie ihre Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter begrenzen. Das soll laut einer Ankündigung von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) auch in Thüringen gelten - und zwar vom 27. April an und ähnlich wie in Bayern mit der Maßgabe, dass sich nur ein Kunde pro 20 Quadratmetern auf der Verkaufsfläche aufhalten darf. Der Freistaat will zudem unter Auflagen auch Zoos, botanische Gärten und Freilichtmuseen, Bibliotheken und Archive sowie Museen, Ausstellungshallen und Galerien wieder für Besucher öffnen.

In Baden-Württemberg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und in Schleswig-Holstein gelten die üblichen Bedingungen für die Ladenöffnung. Nicht überall wird jedes Geschäft bereits am Montag wieder öffnen, doch im Laufe der Woche soll es soweit sein. Auch in Sachsen-Anhalt soll die 800-Quadratmeter-Regel gelten - allerdings offenbar mit einer gewissen Kulanz. "Wenn ein Geschäft 15 Quadratmeter größer ist, werden wir eine Lösung finden", sagte Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand der "Bild". Sachsen bleibt dagegen sehr streng. Der Freistaat will die Quadratmeterbegrenzung streng einhalten. Einkaufszentren sollen bis auf Läden, die für die Grundversorgung wichtig sind, geschlossen bleiben. Einzige Ausnahme: Wer einen separaten Kundeneingang hat, durch den man von außen eintreten kann, soll seinen Laden unter den üblichen Vorschriften öffnen dürfen.

Quellen: Nachrichtenagentur DPA, Angaben der Landesregierungen, "Bild", "Der Westen"

dho