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Daimler Chrysler: Baldige Entscheidung über Chrysler

Die Verhandlungen um die Zukunft der US-Automarke Chrysler stehen kurz vor dem Abschluss, die Entscheidung soll, wie stern.de erfuhr, in den nächsten vier Wochen, fallen. Zuvor hatte DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche bestätigt, dass alle Optionen für die Zukunft der Chrysler Group geprüft würden.

Von Jan Boris Wintzenburg

Das Rennen um die US-Automarke Chrysler geht in die Schlussphase: Wie stern.de aus Verhandlungskreisen erfuhr, soll eine Entscheidung schon relativ kurzfristig, das heißt in den nächsten vier Wochen, fallen. DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche hatte auf der Hauptversammlung seines Konzerns vor zwei Wochen in Berlin bestätigt, dass alle Optionen für die Zukunft der Chrysler Group geprüft würden: Neben dem Verbleib im Konzern sind das der Einstieg eines Investors oder sogar ein kompletter Verkauf.

Drei Gesellschaften prüfen Bücher

Zur Zeit, so heißt es weiter von den Beteiligten, prüfen drei Gesellschaften in aller Stille die Bücher der Chrysler Group: Die amerikanischen Finanzinvestoren Blackstone und Cerberus sowie der kanadische Autozulieferer Magna. Alle drei Kandidaten streben demnach keine vollständige Übernahme an sondern wollen Daimler als Minderheitsaktionär im Unternehmen halten.

Der Finanzinvestor Blackstone versuche mit einem hohen Bar-Angebot ins Geschäft zu kommen, während Cerberus auf die guten Kontakte von Verhandlungsführer Wolfgang Bernhard zu Konzernchef Dieter Zetsche setze. Bernhard war einst selbst unter Zetsche zweiter Mann bei Chrysler. Der Autozulieferer Magna, traditionell eng mit Chrysler verbunden, bietet dagegen eine Branchenlösung, die Daimler-Boss Zetsche weniger Geld, dafür aber vermutlich auch weniger Probleme mit den Gewerkschaften und der amerikanischen Öffentlichkeit einbrächte.

Gemeinsames Angebot für Chrysler?

Insider halten es sogar für möglich, dass Finanzinvestor Cerberus unter Führung von Bernhard ein gemeinsames Angebot mit Magna vorlegen könnte. Erste Sondierungen auf hoher Ebene habe es dazu bereits gegeben. Nach den Berichten kanadischer Zeitungen verhandelt Magna auch mit weiteren Investoren, um den wohl mindestens fünf Milliarden Dollar hohen Kaufpreis für Chrysler aufbringen zu können. Die Stärken von Magna und Cerberus würden daher gut zusammen passen.