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Lebensmittel: Danone will mit gesundem Essen wachsen - und mit Wasser

Danone will sich stärker auf gesunde Nahrungsmittel konzentrieren, um zu wachsen. Aber auch das Geschäft mit Wasser hat der französische Konzern als Wachstumsfeld ausgemacht.

Danone Joghurt im Supermarkt

Danone Joghurt im Supermarkt

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Der Trend, sich gesünder zu ernähren, scheint keine Eintagsfliege in dem zunehmend von Hypes geprägten Lebensmittelmarkt - sondern ein Richtungsschwenk. Kunden greifen zunehmend zu gesünderen Alternativen. Das haben auch die großen Lebensmittelkonzerne erkannt. Und ändern ihre Strategie. Danone kündigte schon im Sommer an, dass sich etwas ändern müsse. "Wir haben viele Möglichkeiten, Wachstum zu generieren, wenn wir wieder mehr vom Verbraucher lernen", sagte Richard Trechman, Country-Manager für Deutschland, Österreich und die Schweiz. "Unsere Kunden und Konsumenten erwarten von uns neue, aufregende und gesündere Lebensmittel." Nun hat Danone hat während eines Investorenseminars in London angekündigt, dass gesunde Nahrungsmittel als Wachstumsmarkt in den Fokus rücken, berichtet die "Lebensmittelzeitung". 

Danone-Chef Emmanuel Faber will den Bereich des Functional-Food, also Lebensmittel, die einen gesunden Mehrwert bieten, stärker vorantreiben. Auch Bio-Lebensmittel sollen künftig eine wichtigere Rolle im Produktportfolio spielen. Und auch das Geschäft mit Wasser sei eine Wachstumsmöglichkeit, berichtet das Branchenblatt. 

Wasser als Geschäft: Nestlé und Danone in der Kritik

Wasser ist für die großen Lebensmittelkonzerne zu einem riesigen Geschäft geworden. Vor allem der US-Markt boomt, denn die Amerikaner greifen inzwischen häufiger zu Wasser als noch vor ein paar Jahren, als Softdrinks ganz oben in der Getränkeliste standen. Im Jahr 2017 setze die Mineralbrunnenbranche in Deutschland rund 14,7 Milliarden Liter um - das dritte Jahr in Folge einen Rekordwert. Wenig verwunderlich, dass Danone sich im August beim Berliner Startup-Unternehmen Mitte eingekauft hat, das Leitungswasser mit Mineralien anreichern will. Im Jahr 2017 erzielte Danone Waters einen weltweiten Gesamtumsatz von rund 4,6 Milliarden Euro. Danone-Chef Faber erwartet Erlössteigerungen zwischen 4 und 5 Prozent beim Wasser. Zu den bekannten Wassermarken von Danone zählt unter anderem Evian.

Das Geschäft mit Wasser wird von Kritikern schon seit Jahren bemängelt. Allerdings: "Danone war bislang vergleichsweise selten Zielscheibe von Kritik und Boykott-Aufrufen", berichtet Greenpeace. Anders als Nestlé, die für die Geschäftspraktiken bei der Wasserentnahme regelmäßig Schelte einstecken müssen (Lesen Sie auch: Wie Nestlé dem französischen Dorf Vittel das Wasser abgräbt), blieb es bei Danone lange ruhig. Anfang 2017 kritisierten die Verbraucherschützer eine versteckte Preiserhöhung von Evian um bis zu 47 Prozent und kürte das Unternehmen mit der Anti-Auszeichnung "Mogelpackung des Jahres".

Emmanuel Faber bestätigte die angepeilte Prognose von Danone für das Jahr 2018, der Gewinn soll zweistellig zulegen. 

Verbrauchertäuschung: Weniger Inhalt, höherer Preis: Evian ist die Mogelpackung des Jahres
Weniger Inhalt, höherer Preis: Das Wasser Evian greift kräftig beim Verbraucher zu. Die Flasche mit 1,5 Liter Inhalt gab es früher für 89 Cent, nun kostet 1,25 Liter 1,09 Euro. "Mit Evian soll Danone Waters eine Neupositionierung im oberen Preisband gelingen, um sich von der Masse des Mineralwasser-Angebots abzuheben", schreibt die Verbraucherzentrale. "Der Konzern will aus der 1. Liga der Mineralwässer in die Champions League als 'Premiumwasser' aufsteigen – wohlgemerkt ohne besondere Leistung. Und ein wichtiger Schritt, um als Premiumwasser wahrgenommen zu werden, ist offensichtlich – so will uns Danone lehren – zuerst einmal eine deftige Preiserhöhung."

Weniger Inhalt, höherer Preis: Das Wasser Evian greift kräftig beim Verbraucher zu. Die Flasche mit 1,5 Liter Inhalt gab es früher für 89 Cent, nun kostet 1,25 Liter 1,09 Euro. "Mit Evian soll Danone Waters eine Neupositionierung im oberen Preisband gelingen, um sich von der Masse des Mineralwasser-Angebots abzuheben", schreibt die Verbraucherzentrale. "Der Konzern will aus der 1. Liga der Mineralwässer in die Champions League als 'Premiumwasser' aufsteigen – wohlgemerkt ohne besondere Leistung. Und ein wichtiger Schritt, um als Premiumwasser wahrgenommen zu werden, ist offensichtlich – so will uns Danone lehren – zuerst einmal eine deftige Preiserhöhung." Die Abstimmung über die Mogelpackung des Jahres läuft bis zum 22. Januar. Hier geht's zur Abstimmung der Verbraucherzentrale

kg