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Detroit Auto Show: Schicksalstage in Motor City

Das waren noch Zeiten: Zur Detroit Auto Show ließ die Branche 2008 Rinderherden auflaufen und Bryan Adams rocken. Auf derlei Spektakel müssen die Besucher in diesem Jahr verzichten. Denn jetzt hat die Wirtschaftskrise alles im Griff - die Branche und die Stadt selbst erst recht.

Von Stefan Grundhoff und Dirk Benninghoff

Die North American International Auto Show ist die wichtigste Automesse des Jahres. Denn auch, wenn später noch die anderen großen Branchentreffs in Genf, Shanghai, Tokio und Frankfurt stattfinden: Das Schicksal der amerikanischen Autobranche könnte sich in den nächsten Monaten entscheiden und die Messe in Detroit ist das beste Stimmungsbarometer für die Zukunft. Und die Show in der Krisenstadt generell der viel beachtete Auftakt in ein neues Jahr.

Doch nie haben mehr Menschen nach Detroit geschaut als diesmal. Nie steckte die 900.000-Einwohner-Stadt, die viele nur "Motor City" nennen, tiefer in der Krise. Die amerikanische Autoindustrie mit den "Big Three" Ford, General Motors und Chrysler - allesamt in Detroit ansässig - steht am Abgrund, nur gestützt von Regierungsmilliarden.

Die ersten Staatsgelder sind geflossen. Und so werden sich die drei großen amerikanischen Autohersteller einen peinlichen Auftritt wie auf der letzten Branchenmesse im November in Los Angeles ersparen können. Dort waren kurzfristig Flugtickets von Mitarbeitern zurückgezogen, Hotels storniert und die Messestände gähnend leer sich selbst überlassen worden.

Ein derart stümperhaftes Verhalten kann man sich in Detroit nicht erlauben, wenn es am Sonntag losgeht. Im vergangenen Jahr kamen gut 700.000 Besucher, die mehr als 40 Weltpremieren bestaunen konnten.

Stimmung wichtiger als Innovationen

Doch diesmal werden die Neuvorstellungen weniger zahlreich sein und kaum im Vordergrund stehen. Stattdessen geht es um die Gemütslage der Branche, wie sie sich auf der Messe darstellt. Und die dürfte nicht nur in den USA ein Fingerzeig für das Automobiljahr 2009 sein.

Die Vorzeichen könnten schlechter kaum sein: Der Autoabsatz ist weltweit in den vergangenen Monaten eingebrochen, die deutschen Herteller greifen auf Kurzarbeit zurück, selbst Branchenprimus Toyota leidet - und die amerikanischen Hersteller erst Recht. Um 16 Prozent ist der Verkauf in Nordamerika 2008 eingebrochen. Gerade einmal 13 Millionen Autos kauften die Amerikaner noch - der niedrigste Wert seit 15 Jahren. Und die Vorzeichen für 2009 sind nicht besser. "Der Automarkt in den USA wird 2009 weiter wegbrechen", meint nicht nur der deutsche Branchenexperte Ferdinand Dudenhöher. Zumindest im ersten Quartal wird generell mit Produktionsrückgängen gerechnet.

Neue, innovative Autos kann man nicht aus dem Boden stampfen. Die Entwicklungszeiten liegen weltweit zwischen drei und fünf Jahren. Zudem ist der Absatz der einst hoch gelobten, als neue Hoffnungsbringer gefeierten Hybridfahrzeuge in den USA zuletzt drastisch um mehr als 35 Prozent zurückgegangen. Grund dafür sind die günstigeren Kraftstoffpreise. Kostete eine Gallone (3,8 Liter) Benzin vor einem guten halben Jahr noch üppige 4,80 Dollar, so fiel der Preis in den vergangenen Monaten ins Bodenlose. Nun bezahlt man für eine Gallone oftmals weniger als 1,50 Dollar.

Bei derartigen Billigpreisen interessiert sich für sparsame Autos und den damit verbundenen Umweltschutz in den USA niemand. Denn ob der alte Pick Up oder die betagte Luxuslimousine 20 Liter pro 100 Kilometer verbraucht: Es geht weniger ins Geld als ein Neuwagenkauf. Zudem haben viele Amerikaner derzeit andere Probleme, als sich um den Autokauf zu sorgen. Häuser, Wohnungen und Jobs stehen auf dem Spiel - da kann der mobile Untersatz schon mal in der Werteskala nach hinten rutschen. Selbst in Amerika.

All das sind Gründe dafür, weshalb nicht nur die amerikanische Autoindustrie, sondern auch deren wenig ansehnliches Herz Detroit krankt. Als die nordamerikanische Stadt am Detroit River vor knapp acht Jahren ihren 300. Geburtstag feierte, blickte man hoffnungsvoll in die Zukunft. Große Feierlichkeiten, neue Sehenswürdigkeiten, abgerissene Bauruinen und ein neuer, junger Bürgermeister, Kwame M. Kilpatrick, machten Detroit Mut.

Bürgermeister im Knast - Weiße in den Vororten

Heute sitzt der engagierte Bürgermeister im Gefängnis und musste zurücktreten. Die Bevölkerung ist noch einmal geschrumpft - binnen acht Jahren von 950.000 auf nicht einmal 920.000. 1950 wohnten in Detroit doppelt so viele Menschen. Ganze Viertel verkommen, die wohlhabenderen Weißen sind fast alle in die Vororte gezogen oder ganz aus der Region verschwunden. 82 Prozent der Detroiter sind Afro-Amerikaner, die weiterhin sozial meist schwächer gestellt sind. Häuser werden in Detroit für unter 1000 Dollar angeboten, und die Arbeitslosigkeit liegt bei zehn Prozent - für die USA ein sehr hoher Wert, mit dem Detroit zur Spitzengruppe des Landes gehört. Keine andere Metropole in den USA hat zudem eine derart hohe Kriminalitätsrate.

Wenigstens im Sport hat die Stadt am Michigan-See noch etwas zu bieten. Das Eishockeyteam der Red Wings, die Baseballmannschaft Detroit Tigers und die Basketballer Detroit Pistons genießen landesweiten Ruf und spielen in neuen Arenen, die die am Boden befindliche City beleben sollen.

Dabei ist es nicht so, dass man im Großraum nicht auch nett wohnen könnte. Jenseits des problematischen Kerns der Stadt, der so genannten Eight-Mile-Line, gibt es sehenswerte Einfamilienhäuser und schmucke Ausflugsziele. Davon wird man rund um die Messe im wenig charismatischen Cobo-Center, nur ein paar hundert Meter von der Zentrale von General Motors entfernt, allerdings nicht viel mitbekommen.

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Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.

Von:

Stefan Grundhoff und Dirk Benninghoff