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Deutsche Bahn: Zu viele ICE-Züge sind unpünktlich

Das erklärte Ziel der Bahn ist, dass 90 Prozent aller Züge fahrplangemäß ankommen sollen. Tatsächlich aber kam es dieses Jahr gehäuft zu Verspätungen. Die Hauptursache: das schadhafte Schienennetz.

Nicht einmal einmal 80 Prozent der Schnellzüge (ICE, IC, EC) sind pünktlich - sie kommen verspätet an. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Besonders unpünktlich war demnach ausgerechnet der ICE-Sprinter zwischen Frankfurt am Main, Berlin und Köln. Die Zeitung beruft sich in ihrem Artikel auf einen internen Bericht zur Pünktlichkeit, der die Verzögerungen bis 22. Oktober dokumentiere. Ein Konzernsprecher wollte keinen Kommentar dazu abgeben.

Seit Jahresmitte sei sogar jeder vierte Schnellzug verspätet gewesen, heißt es. Hauptproblem sind demnach Störungen im Schienennetz. Mängel wie Oberleitungsschäden, Schienenbruch, Weichenstörung oder Stromausfall verursachten 41 Prozent der Verspätungen. Zudem gebe es vermehrt so genannte Langsamfahrstellen sowie Bau- und Instandhaltungsarbeiten. Ein Zug gilt als verspätet, wenn Ankunfts- oder Abfahrtszeit um mehr als fünf Minuten verfehlt werden.

Ein Bahn-Sprecher sagte, man kommentiere grundsätzlich keine internen Berichte. Man strebe in diesem Jahr nach wie vor eine Pünktlichkeitsquote von 90 Prozent an. Der Sprecher räumte aber ein, dass die Rahmenbedingungen für die Bahn im Jahr 2006 schwierig waren. Als Beispiele nannte er den langen Winter, die Fußball-Weltmeisterschaft und den heißen Juli. Diese Ursachen hätten Bauarbeiten verzögert, die daher im September und Oktober nachgeholt worden seien. Zudem habe der Schienenverkehr insgesamt zugenommen.

Dem Zeitungsbericht zufolge gab es einen regelrechten Absturz der Pünktlichkeits-Quote am Ende der WM und in der Zeit danach von knapp 85 auf 67 Prozent. Die besten Werte habe die Bahn im Januar und Februar und während der WM erreicht, schreibt das Blatt.

AP / AP
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