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Branchenverband BGA: Deutsches Exportgeschäft soll 2015 stärker wachsen

Laut Branchenverband BGA sollen deutsche Exporte 2015 um vier Prozent zulegen. Die Vielzahl an Krisenherden erschweren jedoch die Prognosen. Im Russland-Geschäft wird keine Trendwende erwartet.

Die Sanktionen gegen Russland "werden sehr lange bleiben, wir werden sie nicht wegkriegen", so BGA-Präsident Anton Börner

Die Sanktionen gegen Russland "werden sehr lange bleiben, wir werden sie nicht wegkriegen", so BGA-Präsident Anton Börner

Die deutschen Exporteure rechnen 2015 mit einem schneller wachsenden Geschäft. Die Ausfuhren dürften dann um vier Prozent auf den Rekordwert von rund 1172 Milliarden Euro zulegen, sagte der Branchenverband BGA am Mittwoch voraus. Für dieses Jahr wird ein Plus von drei Prozent erwartet. "Angesichts der Vielzahl von Krisenherden und hausgemachten Problemen erscheint eine Prognose für die zukünftige Entwicklung im Außenhandel schwieriger denn je", schränkte BGA-Präsident Anton Börner ein. Vom erwarteten Anziehen der Weltkonjunktur dürfte Deutschland aber profitieren. Besonders die Geschäfte mit den USA sowie mit China und anderen asiatischen Ländern dürften gut laufen.

Allerdings sei nicht alles Gold, was glänze. "Der Blick auf unseren Anteil an den weltweiten Exporten bescheinigt leider, dass wir an Boden verlieren", so Börner. Er sei zwischen 2003 und 2013 von 9,9 auf 7,7 Prozent gesunken - Chinas Anteil habe sich hingegen auf 11,7 Prozent verdoppelt. "Nüchtern müssen wir festhalten, dass die Politik in den vergangenen guten Jahren trotz zahlreicher Mahnungen nicht für unvorhersehbare, doch garantiert kommende, schwierigere Zeiten vorgesorgt hat", sagte Börner. "Das fällt uns nun auf die Füße."

Sanktionen "werden eher noch strenger"

Ein ausgeglichener Staatshaushalt und der Verzicht auf Steuererhöhungen seien zwar positiv. "Es bleiben aber unübersehbare Baustellen: zu hohe Energiepreise, weiter steigende Arbeitskosten und eine sträflich vernachlässigte Infrastruktur, die für eine Industrienation schädlich sind", kritisierte der BGA-Chef. Wachstumsimpulse könne das geplante Freihandelsabkommen der EU mit den USA (TTIP) bringen. "TTIP wird der deutschen Wirtschaft durch Zollabbau und Beseitigung von anderen Handelshemmnisse enorme Wohlfahrtsgewinne bescheren."

Keine rasche Trendwende erwartet der BGA im Russland-Geschäft. "Die Sanktionen werden sehr lange bleiben, wir werden sie nicht wegkriegen", sagte Börner. "Sie werden eher noch strenger werden." Das hinterlasse Spuren im Handel mit dem einstigen Boomland. "Wir haben ein Drittel des Russlands-Geschäfts bereits verloren. Wenn die Sanktionen jetzt Zug um Zug greifen, wird es nochmal deutlich zurückgehen." Die deutschen Ausfuhren nach Russland dürften deshalb auch 2015 signifikant zurückgehen. Börner verteidigte zugleich die Strafen. "Wir tragen sie mit. Freiheit hat ihren Preis." Russland wird vorgeworfen, die Separatisten im Osten des Nachbarlandes zu unterstützen.

amt/Reuters / Reuters