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Rassismus-Vorwürfe: Dolce & Gabbana kassiert Shitstorm für Rassismus - und tritt peinlich nach

Ein rassistischer Werbespot der italienischen Modemarke Dolce & Gabbana sorgt in China für Ärger. Statt sich zu entschuldigen, soll ein Mitgründer der Firma sich abfällig über Chinesen geäußert haben. Nun ist Dolce & Gabbana um Versöhnung bemüht.

Dolca & Gabbana im Shitstorm

Dolca & Gabbana erlebt in China einen Shitstorm

Picture Alliance

Dolce & Gabbana hat Erfahrungen mit Shitstorms. Mal pestet das Designer-Duo gegen künstliche Befruchtung und "gemietete Gebärmütter", mal wird Sängerin Selena Gomez als "hässlich" bepöbelt. In den vergangenen Jahren zog die Modefirma immer wieder Ärger an - mit dem Ergebnis, dass Promis wie Elton John oder Ricky Martin öffentlich zum Boykott der Marke aufriefen.

Nun hat sich Dolce & Gabbana wieder eine Panne geleistet: In China sorgt eine dreiteilige Video-Serie für Aufsehen. Dort war eine Chinesin zu sehen, die recht unbeholfen versucht, italienisches Essen wie Pizza, Cannelloni und Spaghetti mit Stäbchen zu essen. Aus dem Off erklärt eine Männerstimme, wie sie das zu machen hat. Als wäre das nicht schon fies genug, kommen noch "lustige" Versprecher in englischer Sprache dazu - mit dem Hintergrund, dass es Chinesen häufig schwer fällt, Englisch zu lernen. 

Dolca & Gabbana im Shitstorm

In China sorgten die Clips für Entrüstung, die auf Instagram und Chinas größtem Netzwerk Weibo zu sehen waren. Rassistisch seien die Videos, fanden auch chinesische Prominente. Für einen handfesten Shitstorm reicht das eigentlich - doch Dolce & Gabbana legte noch eine Schippe drauf. Denn auf den Kanälen des Unternehmens und des Mitgründers Stefano Gabbana wurde saftig nachgelegt. Die (inzwischen gelöschten) Posts sollen beleidigend gegenüber Chinesen gewesen sein - samt Kackhaufen-Emoji. 

Dieser Super-Gau war selbst für Dolce & Gabbana etwas zu viel. Das Unternehmen ließ auf Instagram mitteilen, dass die Kanäle gehackt worden seien. Belege dafür lieferte das Unternehmen nicht, ob die Kanäle wirklich gehackt wurden, ist unklar. "Wir haben nichts als Respekt übrig für China und das Volk Chinas", heißt es nun bei dem Unternehmen. Wenig glaubhaft fanden das offenbar viele chinesische Promis und kündigten an, einer Modenschau in Shanghai fernzubleiben. Um das PR-Desaster nicht noch größer werden zu lassen, hat Dolce & Gabbana die Show nun selbst abgesagt.  

Für die italienische Luxus-Marke ist China ein immens wichtiger Markt, nirgendwo sonst auf der Welt wuchs der Modekonzern zuletzt so stark wie dort. Im vergangenen Jahr machte D&G rund 100 Millionen Dollar Umsatz im Reich der Mitte. 

kg