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EINZELHANDEL: Super-Sommerschlussverkauf erwartet

Dank Teuro-Debatte und schwacher Konjunktur dürfte der Schlussverkauf zur Super-Schnäppchenjagd werden - der Handel gewährt Preisabschläge von weit über 50 Prozent.

Der Sommerschlussverkauf 2002 dürfte für die Verbraucher zur Super-Schnäppchenjagd werden. Die Sprecherin des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Ulrike Hörchens, sagte der »Bild am Sonntag«: »In normalen Sommerschlussverkäufen wird um 30 bis 50 Prozent reduziert. Dieses Jahr fallen die Preisabschläge aber ungewöhnlich hoch aus.«

Offensive Kundenwerbung

So offensiv wie in diesem Jahr habe der Handel - gebeutelt durch die Teuro-Debatte, die schwache Konjunktur und die Angst der Menschen um ihre Arbeitsplätze - noch nie versucht, die Kunden in die Läden zu locken, so die »Bild am Sonntag«. Bereits eine Woche vor Beginn des Sommerschlussverkaufs am 29. Juli seien die Preise vielfach um bis zu 50 Prozent gepurzelt.

Karstadt-Chef fordert Freigabe von Sonderverkäufen

Karstadt-Chef Wolfgang Urban forderte unterdessen in der »Welt am Sonntag«, das Verbot befristeter Sonderverkaufsveranstaltungen aufzuheben. Der Paragraf 7 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb sei ein Beispiel für den Reformstau in Deutschland. »Wir brauchen dringend eine verlässliche Regelung«, sagte Urban der »Welt am Sonntag«. Derzeit werde fast jede kreative Rabattaktion außerhalb der Schlussverkäufe vor Gericht gezerrt.

Zu viel Verkaufsfläche

»Dass die Kunden die Aktionen gut finden, bleibt häufig auf der Strecke«, sagte der Vorstandsvorsitzende der Karstadt Quelle AG. Die Gründe für die anhaltende Krise des Handels mit schlechten Wachstumszahlen und niedrigen Renditen sieht Urban vor allem im Entstehen immer neuer Läden. »Wir sehen uns mit einem branchenweiten Problem konfrontiert. Deutschland hat zu viel Verkaufsfläche«, betonte er. Und obwohl alle wüssten, dass es so nicht weitergehen könne, kämen immer neue Flächen hinzu. Das führe zu einem massiven Verdrängungswettbewerb, der vor allem die Mittelständler gefährde.