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Handel: Hitze lähmt im Sommerschlussverkauf die Kauflust

Die Hitzewelle in Deutschland ist Schuld: Wegen der hohen Temperaturen verflüchtigte sich die Kauflust der Kunden, Hoffnung auf Rekordumsätze im vermutlich letzten einheitlichen Sommerschlussverkauf waren vergbens.

Während sich der Handel beim Zwischenstand vor einer Woche noch "rundum zufrieden" geäußert hatte, zeigte sich der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) von der zweiten Woche enttäuscht. "Gegen die Hitze kommt auch der SSV nicht an", klagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr. Nach einem guten Start und dem Höhepunkt am vergangenen Samstag habe die Hitze vor allem in der zweiten SSV-Woche ihren Tribut gefordert.

Nachmittags lockten die Freibäder

Angesichts der heißen Innenstädte sei der Kundenstrom dennoch "zufrieden stellend" gewesen. Während an den Vormittagen vielfach noch einiges los gewesen sei, hätten sich die Kunden an den Nachmittagen offenbar lieber ins Freibad begeben. Dies habe eine Trendumfrage unter Modehäusern, Sport-, Schuh- und Ledergeschäften ergeben. Insgesamt sei der Schlussverkauf aber erfolgreich verlaufen.

Gezielte Schnäppchenjagd

Gefragt waren vor allem Damen- und Herrenmode der Sommerkollektionen und Kindersachen. Viele Kunden waren zunächst gezielt auf Schnäppchenjagd gegangen. Die Hitze ließ dann die sonst übliche Laufkundschaft ausbleiben. Nach einem Gesetzentwurf der Bundesregierung sollen Sonderverkäufe wie früher der Sommer- oder Winterschlussverkauf vom kommenden Jahr an nicht mehr auf bestimmte Zeiträume beschränkt sein.

Hoffen auf den Herbst

Der Umfrage des HDE zufolge erwartet der Handel wegen der anhaltenden Hitze auch im August keinen Umsatzschub. Die Hoffnungen ruhen nun auf dem Herbst. "Wir hoffen auf ein Umsatzplus oder ein Pari im Vergleich zum Herbst 2002", erklärte Pellengahr. Der Einzelhandelsverband BAG und der KarstadtQuelle-Konzern hatten sich dagegen am Donnerstag optimistischer für das Jahresende gezeigt.

Handel prophezeiht weitere SSVs

Wegen der Reform des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) wird der am Samstag zu Ende gehende Sommerschlussverkauf vermutlich der Letzte sein. Von 2004 an sollen die Händler während des ganzen Jahres Rabattaktionen vornehmen dürfen. Der HDE sieht dagegen in den bisher gesetzlich geschützten Schlussverkäufen ein unverzichtbares Instrument zur Lagerräumung und will erreichen, den Begriff "Schlussverkauf" als Marke zu schützen. Demnach soll es einen als "Schlussverkauf" bezeichneten Sonderverkauf wie bisher nur zwei Mal im Jahr geben.