Energiemarkt Eon senkt Gaspreise und kämpft


Bei der Vorstellung seiner Jahresbilanz hat Deutschland größter Energiekonzern Eon die Senkung der Gaspreise angekündigt. 8,4 Prozent weniger sollen Verbraucher künftig zahlen. Im Übernahmepoker mit Endesa will Eon trotz vieler Widerstände nicht aufgeben.

Gute Nachrichten für Verbraucher: Gas wird wieder billiger. Deutschlands größter Energieversorger Eon kündigte an, fünf der sieben Regionalversorger des Konzerns würden die Gaspreise für ihre Haushaltskunden in den nächsten Monaten um bis zu 8,4 Prozent senken, zwei Gesellschaften hätten dies schon zum 1.März getan, so das Unternehmen.

Auch Millionen Gaskunden, die nicht direkt von Eon versorgt werden, können sich auf Preissenkungen freuen. Denn der größte deutsche Gasimporteur, Eon Ruhrgas werde ebenfalls zum 1. April die Gaspreise für Regionalversorger, Stadtwerke und Industriekunden deutlich verringern. Die Preissenkungen spiegelten vor allem den Rückgang der Ölpreise in den vergangenen Monaten wider, hieß es aus dem Unternehmen.

"Von unserem Kurs lassen wir uns nicht abbringen"

Kämpferisch gibt sich Vorstandschef Wulf Bernotat in Sachen Endesa-Übernahme: Nach langem Kampf gegen politische Widersacher in Spanien will der Energiekonzern die Übernahme von Endesa auch durch immer neue Konkurrenz nicht vereiteln lassen. Eon habe seine Pläne trotz aller Widerstände vorangetrieben. "Von diesem Kurs lassen wir uns auch durch die Entwicklung der letzten Woche nicht abbringen", sagte Bernotat auf der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf. Enel war vergangene Woche bei Endesa eingestiegen und hat sich rund 22 Prozent an dem größten spanischen Versorger gesichert.

Rückenwind erhält der größte deutsche Energiekonzern durch die Ergebnisse des vergangenen Jahres, die es in der prall gefüllten Konzernkasse weiter klingeln lassen. Der Umsatz stieg dank erhöhter Strom- und Gaspreise um 21 Prozent auf 67,8 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte um zwölf Prozent auf 8,2 Milliarden Euro zu. Im laufenden Jahr sollen das bereinigte Ebit und der Überschuss leicht zulegen.

Mehr als die Zahlen stand die weitere Strategie bei der Endesa-Übernahme im Mittelpunkt der Bilanzpressekonferenz, zu der auch zahlreiche spanische Journalisten anreisten. Eon ließ seine Forderung nach einer Satzungsänderung bei Endesa fallen, die Enel und die spanische Acciona mit ihren 21 Prozent möglicherweise verhindern könnten. "Deshalb konzentrieren wir unsere Anstrengungen jetzt auf das Erreichen einer größtmöglichen Annahmequote", sagte Bernotat. Eon will sich mindestens 50,01 Prozent der Endesa-Papiere sichern und damit in die Weltspitze der Strom- und Gasversorger aufrücken.

Eon will 41 Milliarden Euro für Endesa zahlen, dem Konzern sind aber die Hände gebunden: Weder dürfen die Düsseldorfer nach spanischem Recht Endesa-Aktien während des laufenden Angebots kaufen, noch dürfen sie ihre Offerte über 38,75 Euro je Aktie erhöhen. Enel und Acciona könnten Eon daher zusammen mit einigen anderen Anteilseignern die Mehrheit an Endesa streitig machen. Beiden haben erklärt, ihr Paket möglicherweise auf je knapp 25 Prozent auszubauen.


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