Ermittlungen BMW-Manager unter Schmiergeldverdacht


Nach der Korruptionsaffäre bei Volkswagen steht ein weiterer Autobauer unter Verdacht, käufliche Mitarbeiter zu haben. Ein BMW-Manager wurde verhaftet, weil er Schmiergeld genommen haben soll.

Nach den Affären bei VW und Daimler-Chrysler ist jetzt beim Autobauer BMW ein Manager wegen Schmiergeldverdachts festgenommen worden. Es bestehe der dringende Tatverdacht, dass ein 54-jähriger Abteilungsleiter in den Jahren 2000 bis 2002 insgesamt etwa 100.000 Dollar Schmiergeld angenommen habe, erklärte der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld in München. Im Gegenzug soll er Aufträge bevorzugt an einen Zulieferbetrieb in der Nähe von Zwickau vergeben haben. Auch ein Verantwortlicher des Zulieferbetriebs sei festgenommen worden. Die beiden Männer sollten baldmöglichst dem Haftrichter vorgeführt werden. "Nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen hat sich der Tatverdacht erhärtet", sagte Schmidt-Sommerfeld.

Der Oberstaatsanwalt betonte, BMW beteilige sich konstruktiv an der Aufklärung. "Derzeit kann davon ausgegangen werden, dass es sich um einen Einzelfall und nicht um eine Affäre größeren Ausmaßes handelt." Im Zusammenhang mit den Ermittlungen wurden am Dienstag auch Wohnungen und Arbeitsräume der beiden Beschuldigten durchsucht und eine Vielzahl von Unterlagen beschlagnahmt. Die Auswertung werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen, sagte Schmidt-Sommerfeld. Damit wurde ein Bericht des "Bayerischen Rundfunks" bestätigt.

"Auch Kontrolle kann Einzelfälle nicht immer verhindern"

BMW sprach von einem ärgerlichen Vorgang, der auf dem Fehlverhalten eines einzelnen Mitarbeiters beruhe. "Es kommt leider in den besten Familien vor, dass sich Individuen falsch verhalten", sagte eine Konzernsprecherin. Der Autobauer sei an einer raschen und umfassenden Aufklärung interessiert. Es gebe im Einkauf ein Vier-Augen-Prinzip und weitere Kontrollmechanismen, auch damit ließen sich aber Einzelfälle nicht immer verhindern. Bei so einem Vorgang werde ein Mitarbeiter in der Regel zunächst freigestellt, wenn sich der Verdacht erhärte, trenne man sich von ihm.

In den vergangenen Wochen hatten bereits bei Infineon und Volkswagen Affären die Unternehmen erschüttert. Bei BMW ist nach derzeitigem Stand aber nur ein Beschäftiger einer unteren Management-Ebene betroffen. Bei Daimler-Chrysler ermittelt die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen 17 Beschuldigte wegen Untreue und Bestechlichkeit im Vertriebsnetz von Daimler-Chrysler.

DPA DPA

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