HOME

Erneuerbare Energien : Ökostrom überholt erstmals Kohle

Zwischen Januar und Juni 2018 wurde erstmals mehr Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen als aus Kohle. Ein Meilenstein in der Energiewende. Nun muss auch der Netzausbau vorangetrieben werden.

Erneuerbare Energien Ökostrom

Im ersten Halbjahr wurden aus erneuerbaren Energien 118 Milliarden KWh Strom erzeugt

DPA

Wind, Sonne und Biogas haben von Januar bis Juni 2018 so viel Strom erzeugt wie nie zuvor. Damit übersteigen die erneuerbaren Energien auch den Anteil an Strom, der aus Kohle gewonnen wird. "Die Erneuerbaren sind auf dem Vormarsch", erklärte Stefan Kapferer, Geschäftsführer des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Von Januar bis Ende Juni lag der Ökostrom-Anteil bei rund 36 Prozent, der von Strom aus Braun- und Steinkohle bei rund 35 Prozent, wie BDEW am Dienstag mitteilte. "Diese Zahlen belegen eindrucksvoll: Der marktgetriebene, schrittweise Ausstieg aus der Kohleverstromung ist schon in vollem Gange", so Kapferer.

Weniger Strom aus Kohle und Erdgas

Die Erneuerbaren Energien trugen laut Verband fast 118 Milliarden Kilowattstunden (KWh) zur Bruttostromerzeugung von insgesamt knapp 325 Milliarden KWh bei. Das sei ein Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum von mehr als zehn Prozent. Die Stromerzeugung aus Braun- und vor allem aus Steinkohle sei mit etwa 114 Milliarden KWh dagegen deutlich zurückgegangen.

Auch beim Erdgas sei ein Rückgang von über 44 Milliarden KWh auf unter 40 Milliarden KWh im ersten Halbjahr zu beobachten, erklärte der BDEW. Die Kernenergie lieferte demnach noch rund 37 Milliarden KWh Strom.

BDEW-Hauptgeschäftsführer Kapferer forderte, "dringend" eine Beschleunigung des Netzausbaus, um die Erneuerbaren in das Energiesystem zu integrieren. Bisher auch nicht geklärt sei, wie ein Back-up für die schwankende Einspeisung aus Erneuerbaren Energien aussehen solle, wenn weitere Kohlekraftwerke vom Netz genommen werden.

fri / AFP