HOME

Finanzmärkte: Aufwind aus Übersee erfasst auch den Dax

Es geht wieder aufwärts an den Börsen: Der Verzicht der US-Notenbank Fed auf eine Zinserhöhung hat nach New York und Asien auch dem deutschen Aktienmarkt steigende Kurse beschert.

Nach der positiven Reaktion der Wall Street auf die Ankündigung der US-Notenbank Fed, den Leitzins bis mindestens Mitte 2013 quasi bei Null zu belassen, erholen sich an den weltweiten Börsen die Kurse wieder. Der Dax sprang bis zum Mittag um gut 2 Prozent nach oben auf zwischenzeitlich 6053 Punkte. Zuvor hatte das wichtigste deutsche Börsenbarometer zehn Handelstage in Folge im Minus geschlossen. Der MDax gewann rund 3, der TecDax rund 4,5 Prozent.

Die deutliche Erleichterungsrally im späten Handel in den USA hatte am Morgen bereits zusammen mit positiv aufgenommenen Kommentaren von Fed-Chef Ben Bernanke den asiatischen Börsen auf die Beine geholfen. In Tokio gewann der Nikkei-Index 1,1 Prozent auf 9038 Punkte. Der Markt in Hongkong legte 2,7 Prozent zu. Die südkoreanische Börse in Seoul gewann 0,3 Prozent. Auch der australische Markt in Sydney und der chinesische Leitindex in Shanghai verbuchten Gewinne.

Analysten geben noch keine Entwarnung

"Nach den extremen Ausschlägen nimmt die Unbeständigkeit wieder ab", sagte ein Experte in Sydney. Sorgen blieben bestehen, aber die Märkte hätten sich von einer Welle der Angst überschwemmen lassen. Entwarnung wollten Analysten aber nicht geben. Nach derat starken Ausschlägen seien zwei Wochen nötig, um wirklich festzustellen, ob das Tal durchschritten sei, hieß es.

Die Fed hatte am Dienstag nach einer mit Spannung erwarteten Sitzung angekündigt, ihren Leitzins noch mindestens zwei Jahre auf dem niedrigen Niveau zwischen null und 0,25 Prozent zu belassen. Daraufhin waren an der New Yorker Börse die Aktienkurse nach oben geklettert, der Dow Jones schloss mit einem Plus von fast vier Prozent, der Technologieindex Nasdaq stieg um 5,29 Prozent. Auch die Börsen in Lateinamerika schlossen mit einem Plus.

Dollar bleibt unter Druck

Auch die Lage am Devisenmarkt erhellte sich im asiatischen Handel etwas. Der Dollar steht aber nach der Fed-Entscheidung weiter unter Druck. Wie schon in den vergangenen Handelstagen gab die US-Währung vor allem gegenüber dem japanischen Yen nach. In Tokio fiel der Dollar wieder deutlich unter die Marke von 77 Yen und näherte sich damit wieder den historischen Tiefstständen von März.

Japans Finanzminister Yoshihiko Nado betonte am Mittwoch vor dem Parlament erneut, dass der starke Yen ein Problem für die wirtschaftliche Erholung des wegen des Erdbebens und Tsunamis angeschlagenen Landes ist. Japans Regierung hatte erst in der vergangenen Woche am Devisenmarkt eingegriffen, um den Höhenflug der heimischen Währung zu stoppen. Die Intervention ist jedoch unter anderem wegen der Abstufung der USA durch die Ratingagentur S&P schnell verpufft.

Gegenüber dem Euro bleibt der Dollar ebenfalls relativ schwach. Im asiatischen Handel stand der Kurs des Euro bei 1,4352 Dollar. Die europäische Gemeinschaftswährung konnte damit ihre Kursgewinne vom Dienstagabend nach der Fed-Ankündigung halten. Am Dienstag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,4267 Dollar festgesetzt.

mad/DPA/AFP / DPA