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Gaspreise: Deutschland kochte

Erst die saftige Erhöhung der Gaspreise im Oktober 2003 und Januar 2004. Dann sickerte durch, dass viele Versorger im April schon wieder zulangen wollten. Und schon kochte der Ärger über.

Darauf leitete Kartellamtschef Ulf Böge gegen fünf Gasversorger Verfahren wegen des Verdachts überhöhter Preise ein. Selbst die Landeskartellämter fahndeten nach Missbrauch. Denn für die Kunden gibt es kein Entkommen. Den Anbieter zu wechseln ist zwar rechtlich möglich - nur ist der Wettbewerb mangels Konkurrenten praktisch nicht in Gang gekommen.

So blieb den meisten Verbrauchern nur ein juristischer Weg - mit Risiken. Nach Paragraf 315 des Bürgerlischen Gesetzbuches konnten Gaskunden die Preiserhöhungen für "unbillig" erklären, Einzugsermächtigungen limitieren und weiterhin den alten Betrag bezahlen. Dazu hatte der Bund der Energieverbraucher einen Musterbrief aufgesetzt, das den Kunden bei diesem Schritt helfen sollte. Aribert Peters vom Energieverbraucher-Bund forderte alle Gaskunden auf: "Wehrt euch."

Dem kamen etliche Verbaucher mit einer Sammelklage nach:. 52 Kunden klagen gegen den Versorger Eon Hanse AG, der seine Gaspreise seit Oktober 2004 drei Mal um insgesamt 25 Prozent angehoben hat. Zwar lenkte Eon als erste großer Gasversorger dann im Streit ein und legte seine Preiskalkulation offen - allerdings waren die Verbraucherschützer damit unzufrieden. Der Rechtsstreit dürfte sich noch lange hinziehen - die Sorge um steigende Gaspreise auch.

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