Geringe Nachfrage 12.000 Opelanern droht Kurzarbeit


Opel will offenbar die Hälfte seiner Mitarbeiter in Deutschland in Kurzarbeit schicken. 12.000 Opelaner an allen vier Standorten sind einem Zeitungsbericht zufolge betroffen. An der Spitze des Autobauers gibt es einen Wechsel: Opel-Chef Hans Demant trat wie erwartet zurück und macht den Weg frei für GM-Europachef Nick Reilly.

Gut 12.000 Opel-Mitarbeiter sind einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge im Januar und Februar zeitweise von Kurzarbeit betroffen. Das entspreche der Hälfte der inländischen Belegschaft an den vier deutschen Standorten. Am stärksten werde die Produktion im Bochumer Werk gedrosselt, hieß es. Wegen geringer Nachfrage und des Wegfalls der Fertigung eines Saab-Modells müsse zudem in Rüsselsheim weniger gearbeitet werden.

Am dortigen Stammsitz des Unternehmens gebe es im Januar drei und im Februar vier Tage Kurzarbeit, bestätigte ein Firmensprecher die Informationen. Danach solle in dem Werk die Fertigung des Buick Regal für den Mutterkonzern General Motors (GM) für den US-Markt beginnen. Die Auslastung der Fabrik solle so wieder steigen.

Demant macht Weg frei für neuen Opel-Chef

Im Ringen um die Zukunft von Opel hat der Aufsichtsrat des Autobauers heute weitere Weichen gestellt. Bei der Sitzung in Rüsselsheim wurde ein neues Management ernannt: Der GM-Europa-Chef Nick Reilly wird künftig auch die deutsche Tochter Opel führen. Der 60 Jahre alte Brite Reilly ist Nachfolger von Hans Demant, der seit 2004 an der Opel-Spitze stand. Demant hatte kurz zuvor seinen Posten aufgeben, bleibt aber im Konzern. Demant (59) ist ab sofort dafür zuständig, die Produktrechte der Opel-Mutter GM zu überwachen.

Reilly stellte zudem sein neues Management-Team vor. Die Opel- Geschäftsführung besteht demnach künftig aus sieben Mitgliedern. Der Autobauer kämpft seit über einem Jahr ums Überleben. Bis Ende Januar will Reilly ein Sanierungskonzept vorlegen. Das Konzept ist die Grundlage für Verhandlungen über Staatshilfen. GM hat den Bedarf auf 3,3 Milliarden Euro beziffert, rund 2,7 Milliarden sollen die Regierungen der Länder mit Opel-Standorten aufbringen.

Reuters/DPA DPA Reuters

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