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Griechenland wehrt sich: "Wir akzeptieren keine Ultimaten"

Es wird knapp mit der Griechenland-Rettung. Die Geldgeber wollen ihre Beratungen über ein "allerletztes Angebot" deshalb rasch fortsetzen. Doch Athen spricht von "Erpressung".

Müssen am Freitag 300 Millionen Euro an den IWF zurückzahlen: Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras (r.) und sein Vize Giannis Dragasakis

Müssen am Freitag 300 Millionen Euro an den IWF zurückzahlen: Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras (r.) und sein Vize Giannis Dragasakis

In der Griechenlandkrise scheinen die Fronten zwischen der Regierung in Athen und ihren Gläubigern weiter verhärtet: Griechenland will sich nach den Worten des stellvertretenden Regierungschefs Giannis Dragasakis von seinen Geldgebern nicht erpressen lassen und keine Ultimaten akzeptieren. Die griechische Gesellschaft und die Wirtschaft könnten keine weiteren harten Sparmaßnahmen ertragen, fügte der für die Finanzen zuständige Dragasakis am Dienstag in einer Twitter-Nachricht hinzu.

Allerdings erklärte der Vizeregierungschef anschließend im griechischen Fernsehen, seine Regierung sei bereit "alles zu tun", damit es zu einer Einigung komme. Athen habe den Gläubigern detaillierte schriftliche Vorschläge zu allen Themen vorgelegt.

Dragasakis reagierte damit auf das nächtliche Spitzentreffen zur Griechenlandkrise in Berlin. Dabei hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatschef François Hollande, EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, und der EZB-Präsident Mario Draghi über ein "allerletztes" Kompromissangebot an Athen beraten. Einige internationale und griechische Medien hatten dies als ein Ultimatum der Gläubiger interpretiert.

Nächste Rate am Freitag fällig

Die internationalen Geldgeber wollen ihre Gespräche über einen Kompromiss mit dem hochverschuldeten Griechenland derweil rasch fortsetzen, wie aus Verhandlungskreisen in Berlin verlautete. Die Geldgeber hatten nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ein mögliches Kompromisspaket ausgelotet, das der griechischen Regierung vorgelegt werden könnte. Grundlage sei das bestehende Hilfsprogramm aus dem Jahr 2012, das bis Ende Juni verlängert wurde. Es lägen nochmals alle Vorschläge auf dem Tisch. Ob damit eine Einigung mit Athen erzielt werden kann, blieb zunächst offen.

Die Zeit für eine Einigung wird immer knapper. Bereits an diesem Freitag muss Athen trotz leerer Kassen einen Kredit von 300 Millionen Euro an den IWF zurückzahlen. Insgesamt werden in diesem Monat fast 1,6 Milliarden Euro fällig. Für Athen stehen insgesamt noch 7,2 Milliarden Euro an Hilfen bereit; das Geld ist jedoch wegen einer fehlenden Reformliste blockiert.

mad/DPA / DPA