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Nazi-Devotionalien: Görings goldene Pistole soll für 400.000 Dollar versteigert werden

Ein Auktionshaus in den USA hat ein sehr spezielles Objekt zur Versteigerung eingestellt: Hermann Görings goldene Pistole kommt unter den Hammer - und soll einen hohen Preis erzielen.

Hermann Görings Pistole

Das Geschäft mit Nazi-Devotionalien: Hermann Görings Pistole sowie ein Ring und ein Paar Manschettenknöpfe sollen viel Geld einbringen

Die Rock Island Auction Company ist ein Paradies für US-Waffennarren. Die Firma, die sich als Amerikas "führendes Auktionshaus für Schusswaffen, Klingen und militärische Artefakte" bezeichnet, versteigert regelmäßig Waffen mit besonderer Geschichte oder berühmten Vorbesitzern. Bei einer Versteigerung vom 9. bis 11. September kommt ein Objekt unter den Hammer, das in Deutschland wohl für einiges Aufsehen sorgen würde: die persönliche Pistole von Hermann Göring.

Göring gehörte lange Zeit zum engsten Führungskreis der Nazis. Er war verantwortlich für die deutsche Luftwaffe, aber auch für die Gründung der Gestapo und die Errichtung der ersten Konzentrationslager. Nach seinem Todesurteil bei den Nürnberger Prozessen beging er 1946 Selbstmord.

Die vergoldete Pistole des Typs Walther PPK soll zwischen 250.000 und 400.000 US-Dollar einbringen, schätzen die Experten des Auktionshauses aus Illinois. Auf der linken Griffseite sind die Initialen "HG" eingraviert, auf der rechten Griffseite das Familienwappen der Görings. Die Gravur sei "von höchster Qualität" und von einem Meister seines Fachs hergestellt worden, lobt das Auktionshaus das 1939 hergestellte Objekt. Zusammen mit der Waffe werden auch ein Paar Manschettenknöpfe sowie ein goldener Ring Görings versteigert.

Görings Unterhose in München versteigert

Der Handel mit Nazi-Devotionalien floriert nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland. Erst im Juni sorgte das Münchner Auktionshaus Hermann Historica mit der Versteigerung einer Reihe obskurer Objekte für Proteste. So kamen unter anderem alte Klamotten von Adolf Hitler und Eva Braun unter den Hammer. Eine seidene Unterhose von Hermann Göring brachte zusammen mit einem Nachthemd 3000 Euro ein.

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter kritisierte, die Objekte dienten der Verherrlichung des Nationalsozialismus. Auch die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde in München, Charlotte Knobloch, kritisierte die Auktion als geschmacklos und gefährlich, da sie den Führer- und Nazikult fördere.

bak
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