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Chris Nassetta: Hilton-Chef erklärt, warum er in Hotels kein Trinkgeld gibt

Chris Nassetta, der Chef der internationalen Hotelkette Hilton, hat auf einer Konferenz erklärt, warum er der Zimmerreinigung in Hotels nie Trinkgeld gibt. Seine Erklärung wirkt etwas holprig.

Chris Nassetta ist Chef der Hotelkette Hilton.

Chris Nassetta ist Chef der Hotelkette Hilton.

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Am vergangenen Sonntag startete eine wichtige Hotelfachtagung in New York. Auch der Präsident und CEO der Hotelkette Hilton, Christopher ( kurz Chris) Nassetta, war dort und hielt vor den rund 2000 Tagungsbesuchern einen Vortrag. Am Rande der Veranstaltung fragte ihn ein Journalist der New York Times und CNBC-Moderator Andrew Ross Sorkin, wie viel Trinkgeld er eigentlich im Hotelzimmer hinterlasse. Die Antwort war eine Überraschung für die Anwesenden: "Ich hinterlasse normalerweise kein Trinkgeld", sagte Nassetta.

Diese Antwort wirkte auch deshalb etwas verstörend, weil Nassetta zuvor eine halbe Stunde lang vor Experten des Hotelfachs lange dozierte hatte, wie er sich selbst von ganz unten nach oben gearbeitet habe. In einem Holiday Inn habe er als Installateur angefangen. Und deshalb sei Hilton ein Unternehmen, das sich auf die Menschen konzentriere.

Ein paar Jahre zuvor hatte Nassetta berichtet, dass er und leitende Angestellte regelmäßig einmal im Jahr in den Hotels mitgearbeitet haben, darunter in der Hausreinigung und als Klempner.

Kein Trinkgeld für Zimmerreinigung

Also offenbar kennt der Hilton-Chef die harte Arbeit seiner Mitarbeiter. Seine Begründung fällt daher auch eher schwammig aus: Dass er kein Trinkgeld gebe, habe mit dem Respekt allen Mitarbeitern gegenüber zu tun, auch denjenigen, die hinter den Kulissen arbeiten. Die US-Reiseseite "ThePointsGuy" hakte nach. "Chris ist der Ansicht, dass jedes Hilton-Teammitglied hart arbeitet", sagte ein Hilton-Sprecher gegenüber dem Blog. "Anstatt einige Teammitglieder selektiv zu belohnen, konzentriert er sich darauf, allen 400.000 Angestellten wirtschaftliche Chancen zu bieten", so der Sprecher weiter.

Tom Waithe, Top-Manager der internationalen Hotelkette Kimpton Hotels, sieht das anders. Über die Reinigungskräfte in Hotels sagt er, dass sie "die am härtesten arbeitenden Leute im Hotel und die am wenigsten anerkannten" seien. Auch Arne Sorenson, Chef der Marriott Hotelgruppe, befürwortet Trinkgelder. Zu "AP" sagt er, dass zwischen einem und fünf Dollar je nach Zimmerkategorie angemessen seien. 

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kg