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Horrorjahr 2012: Peugeot Citroën macht fünf Milliarden Euro Verlust

In Südeuropa lassen sich kaum noch Autos verkaufen - das trifft den französischen Autokonzern Peugeot hart. Der VW-Konkurrent machte 2012 einen Verlust von fünf Milliarden Euro.

Es war ein mieses Jahr für den französischen Konzern PSA Peugeot Citroën. Der hinter Volkswagen zweitgrößte Autohersteller in Europa musste 2012 einen Verlust von fünf Milliarden Euro hinnehmen. Es ist das dickste Minus, das die Franzosen je in ihrer Unternehmensgeschichte verbuchten.

PSA Peugeot Citroën ist Frankreichs größter Autobauer. Im Vorjahr hatte der Kleinwagenhersteller noch Geld verdient: 2011 hatte PSA Peugeot Citroën einen Nettogewinn von 588 Millionen Euro eingefahren.

Für den PSA-Vorstandsvorsitzenden Philippe Varin spiegeln die Zahlen "das verschlechterte Umfeld in der Automobilbranche in Europa" wider. Vor allem in Südeuropa hat PSA erhebliche Probleme, seine Autos zu verkaufen. Viele Menschen haben in Europas Krisenländern schlicht kein Geld, um sich ein neues Fahrzeug zu kaufen.

Stärkere Zusammenarbeit mit Opel

Um aus der Verlustzone zu kommen, sollen - wie bereits bekannt - mehr als 8000 Arbeitsplätze bei dem französischen Unternehmen wegfallen. Ein Werk bei Paris soll geschlossen werden. Insgesamt beschäftigte der Konzern Ende Juni 2012 rund 120.000 Menschen im Autobau.

Knapp drei Millionen Autos verkaufte PSA Peugeot Citroën im vergangenen Jahr - das waren knapp 17 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Zum Vergleich: VW verkauft mehr als dreimal so viele Fahrzeuge wie der Konkurrent. Der Konzernumsatz der Franzosen ging um 5,2 Prozent auf 55,4 Milliarden Euro zurück.

PSA Peugeot Citroën hofft allerdings auf Besserung. Der Sparkurs komme gut voran, teilte das Management in Paris mit. Die Zusammenarbeit mit dem US-Hersteller General Motors und dessen Tochter Opel soll künftig neue Kunden anlocken.

Opel gibt dabei zwei wichtige Projekte in die Hände des französischen Partners: Zwei neue Plattformen - eine für kompakte Familienwagen in der Größe des Opel Zafira und eine für Autos im Segment des erfolgreichen Opel Meriva - sollen auf der Peugeot-Technik basieren. Opel leidet unter ähnlichen Problemen wie Peugeot. GM will deswegen sparen und die Fahrzeugproduktion im Werk Bochum spätestens 2016 einstellen.

anb/DPA/AFP / DPA