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Ifo-Index auf Rekordhöhe: Euphorie im Einzelhandel

So gut waren die Aussichten noch nie: Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Dezember auf einen Rekordstand gestiegen. Industriebetriebe zeigen sich optimistisch und planen zusätzliches Personal einzustellen, der Einzelhandel gibt sich geradezu euphorisch.

Das Weihnachtsgeschäft verleiht der deutschen Wirtschaft noch mehr Schwung. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Dezember auf den Rekordstand von 109,9 Punkten. Die erneut kräftige Verbesserung werde "vom Einzelhandel und vom Großhandel getragen", erklärte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn am Freitag in München.

Die 7000 befragten Unternehmen schätzten sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch ihre Aussichten für das kommende halbe Jahr noch besser ein als im November - und das, obwohl die Stimmung schon im vergangenen Monat so gut war wie nie seit der deutschen Wiedervereinigung. Inzwischen ist die Binnennachfrage der stärkste Motor des Aufschwungs.

Freie Stellen in der Industrie

Die Industriebetriebe planen laut Ifo-Institut, zusätzliches Personal einzustellen. Die Unternehmen bewerteten ihre derzeitige Geschäftslage als unverändert gut, hätten aber ihre Erwartungen merklich zurückgenommen. Nur beim Export rechneten sie wieder mit etwas stärkeren Impulsen.

Fast euphorisch ist dagegen die Stimmung im Einzelhandel. "Die Einzelhändler schätzen ihre aktuelle Geschäftslage als sehr gut ein. Darüber hinaus bewerten sie ihre Perspektiven für die nächsten sechs Monate nochmals optimistischer als im November", erklärte Sinn. Auch der Großhandel stufe seine Geschäftslage sehr positiv ein und rechne mit noch besseren Geschäften in nächster Zukunft. Die Baubetriebe bewerteten ihre Lage im Dezember als weniger günstig, seien aber für das nächste halbe Jahr wieder zuversichtlicher, sagte Sinn.

2,4 Prozent Wachstum für 2011 erwartet

Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Dezember um 0,6 auf 109,9 Punkte. Die Teilindices für die aktuelle Lage und für die Erwartungen stiegen ebenso stark auf 112,9 beziehungsweise 106,9 Punkte. Für den Aufschwung nach der Krise seien zunächst der Export, dann die Investitionen der Wirtschaft im Inland verantwortlich gewesen, erklärte Sinn. "Perspektivisch zeichnet sich nun auch eine Verbesserung beim Konsum ab."

Das Ifo-Institut rechnet für nächstes Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 2,4 Prozent und einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit um 300.000 auf unter drei Millionen im Jahresdurchschnitt. Die Inflationsrate soll mit 1,7 Prozent niedrig bleiben.

be/DAPD / dapd