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Die Morgenlage Trauriger Rekord: WHO meldet neuen Höchststand bei Corona-Neuinfektionen

Testing Site
Eine Corona-Teststelle in Florida in den USA: Der Stand der Neuinfizierten ist laut WHO auf einem Rekordhoch
© Lynne Sladky / Picture Alliance
WHO meldet Rekordstand bei Neuinfektionen +++ Zu Internet-Hetze im Fall Lübcke 64 Tatverdächtige identifiziert +++ Wahlen in Polen: Duda liegt knapp vorn +++ Die Nachrichtenlage am Montag.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitteilt, ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus zuletzt auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Die WHO zählte nach Angaben von gestern binnen 24 Stunden mehr als 230.000 neue Fälle. Damit liegt die Zahl der weltweit Infizierten mittlerweile bei 12,5 Millionen. Mehr Daten zum Coronavirus finden Sie hier.

Welche Auswirkungen die Pandemie auch auf andere Krankheiten hat, zeigen beispielsweise Informationen der Deutschen Krebshilfe. So seien hierzulande wegen Corona zehntausende Krebsoperationen sowie Diagnose- und Früherkennungsmaßnahmen verschoben worden. Der Vorstandsvorsitzende Gerd Nettekoven warnte in der "Augsburger Allgemeinen" vom Montag vor potenziell fatalen Folgen. Die große Sorge der Krebshilfe sei, dass die Verschiebungen nicht in allen Fällen "auch medizinisch vertretbar" gewesen seien. Nach Angaben der Stiftung fielen schätzungsweise rund 50.000 Krebsoperationen bis Mitte Juni aus. Dies sei "eine gewaltige Zahl". Fast ein Viertel aller ursprünglich vorgesehenen Krebsoperationen habe damit in diesem Zeitraum nicht stattgefunden. 

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Zu Internet-Hetze im Fall Lübcke 64 Tatverdächtige identifiziert 

Die hessischen Ermittler zur Internet-Hetze gegen den erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke haben bislang 64 Tatverdächtige identifiziert. Von diesen Ermittlungsverfahren richten sich 9 gegen hessische Beschuldigte, wie das Justizministerium der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden mitteilte. Diese Verfahren werden von der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt (ZIT) geführt. Die übrigen 55 Ermittlungsverfahren seien an die örtlich zuständigen Staatsanwaltschaften in insgesamt 14 Bundesländern abgegeben worden.

Wahlen in Polen: Duda liegt knapp vorn

In der zweiten Runde der polnischen Präsidentenwahl liegt Amtsinhaber Andrzej Duda laut Prognosen von Montagmorgen vor seinem Rivalen Rafal Trzaskowski. Demnach erhielt Duda 51 Prozent, auf Trzaskowski entfielen 49 Prozent. Ein Sieger stand aber zunächst noch nicht fest. Die Prognosen beruhen auf der Grundlage von Nachwahlbefragungen in 500 Wahlbüros und Teilauszählungen in 450 dieser Wahlbüros. Nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts Ipsos haben diese detaillierten Prognosen eine Fehlertoleranz von einem Prozentpunkt. Hochrechnungen wie in Deutschland gibt es in Polen nicht. Das offizielle Endergebnis wird nach Angaben der Wahlkommission frühestens am Montagabend vorliegen.

Am Wahlabend hatte es für mehrere Stunden zunächst kein eindeutiges Ergebnis gegeben. In den ersten Prognosen trennte nur ein hauchdünner Unterschied von weniger als einem Prozentpunkt Duda von Trzaskowski. Trotzdem bezeichnete sich der Präsident in einer ersten Reaktion als Sieger.Mueller soll erneut vom US-Kongress befragt werden

Mueller soll erneut vom US-Kongress befragt werden

Nach seiner scharfen Kritik an der Begnadigung des in der Russland-Affäre verurteilten US-Politikberaters Roger Stone soll der frühere Sonderermittler Robert Mueller vom Kongress angehört werden. Der Vorsitzende des Justizausschusses im Senat, der Republikaner Lindsey Graham, kündigte am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter an, dass er einem entsprechenden Antrag der oppositionellen Demokraten stattgeben werde. 

Dies ist ein überraschender Schritt, da Graham als enger Vertrauter von Präsident Donald Trump gilt. Einen Grund für seine Entscheidung nannte der Senator nicht. Unklar ist auch, ob Mueller tatsächlich im Senat aussagen wird. Graham ließ offen, ob er eine sogenannte Subpoena an Mueller ausstellen könnte, also eine Vorladung mit obligatorischem Charakter.

Diskussionen über "Stammbaumforschung": CDU-Innenexperte verteidigt Stuttgarter Polizei

Der CDU-Bundestagsabgeordnete und Innenexperte Armin Schuster hat die Stuttgarter Polizei gegen Kritik wegen der Aufklärung des Migrationshintergrunds von Tatverdächtigen verteidigt. "Ich kann beim Vorgehen der Polizei Stuttgart keinen Fehler erkennen", sagte der Baden-Württemberger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Montag). "Soziologische Täteranalysen sind nach solchen Exzessen polizeilicher Standard. Wie soll die Polizei denn sonst zielgerichtete Strategien und Präventionsmaßnahmen für kommende Lagen entwickeln?" Schuster fügte hinzu: "Vielleicht halten sich einige politische Hobby-Sicherheitsexperten einfach mal zurück. Die andauernden rhetorischen Tritte linker Politiker gegen die Polizei werden immer mehr zum eigentlichen Sicherheitsrisiko."

Bei ihren Ermittlungen zur Stuttgarter Krawallnacht nimmt die Polizei auch das Umfeld der Verdächtigen und deren familiären Hintergrund unter die Lupe - und löst damit bundesweit heftige Kritik aus. Die Polizei bestätigte am Sonntag, dass sie bei ihren Ermittlungen in Einzelfällen bei Standesämtern nachforscht, welche Nationalität die Eltern von Tatverdächtigen haben. Mehr dazu hier.

Was heute wichtig wird:

Vor EU-Sondergipfel: Merkel trifft Italiens Premier Conte

Wenige Tage vor dem EU-Sondergipfel sucht Kanzlerin Angela Merkel heute mit dem italienischen Premier Giuseppe Conte nach einem Ausweg aus dem Streit über den EU-Wiederaufbaupakt in der Coronakrise. Merkel empfängt Conte am Nachmittag in Meseberg nördlich von Berlin im Gästehaus der Bundesregierung. Danach wollen sie gemeinsam die Medien unterrichten. Bei dem Treffen Merkels mit Conte dürfte es auch um den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) gehen. Das Treffen Merkels mit Conte ist Teil einer Serie von Abstimmungen vor dem Gipfel am 17. und 18. Juli in Brüssel, um Kompromisslinien zum Milliarden-Programm zur Bewältigung der Corona-Wirtschaftskrise und zum mehrjährigen Finanzrahmen auszuloten. 

Spahn äußert sich zu Corona-Lage in der Urlaubszeit

In den Sommerferien reisen Millionen Bundesbürger ins In- und Ausland – was bedeutet das für die weitere Eindämmung des Coronavirus? Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will heute in Berlin zur Situation in Urlaubszeiten Stellung nehmen. Auch der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, gibt dazu Einschätzungen ab. Die Bundesregierung hat bereits deutlich gemacht, dass größere Reisebewegungen auch das Krisenmanagement vor neue Aufgaben stellen. Spahn will sich außerdem zu Corona-Aspekten der gerade gestarteten deutschen EU-Ratspräsidentschaft äußern.

EU-Außenminister tagen in Brüssel zu Beziehungen zur Türkei

Die EU-Außenminister kommen heute erstmals seit Beginn der Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie im März wieder zu einem Treffen in Brüssel zusammen. Im Zentrum der Beratungen stehen die Beziehungen zur Türkei. Weitere Themen des Außenministertreffens sind die mögliche Reaktion der EU auf das neue Sicherheitsgesetz in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong und die Corona-Pandemie in Lateinamerika, wo die Infektionszahlen in vielen Ländern weiter deutlich steigen. Seit März hatten die EU-Außenministertreffen wegen der Corona-Krise nur als Video-Konferenzen stattgefunden. 

Sportgericht entscheidet über Champions-League-Sperre für Man City

Manchester City und Trainer Pep Guardiola erfahren heute, ob ihr Ausschluss aus der Champions League für die nächsten beiden Saisons bestehen bleibt. Der internationale Sportgerichtshof Cas wird seine Entscheidung über den Einspruch des englischen Fußball-Topclubs gegen eine Sperre wegen Verstößen gegen die Finanzregeln der Uefa verkünden. Die Europäische Fußball-Union hatte Man City mit dem Bann belegt und zu einer Geldstrafe von 30 Millionen Euro verurteilt. Der Verein stritt die Vorwürfe ab und zog vor den Cas nach Lausanne.

Sollte der Cas die Sperre bestätigen, ist die Zukunft der Citizens unklar. Der Club hätte die Möglichkeit, vor das Schweizer Bundesgericht zu ziehen. Bislang ist noch kein europäischer Spitzenverein wegen Verstößen gegen das Financial Fair Play so hart bestraft worden.

Frau vergewaltigt? Urteil im Prozess gegen Polizisten erwartet

Im Prozess gegen zwei ursprünglich wegen Vergewaltigung angeklagte Polizisten wird am Landgericht Erfurt heute um 13 Uhr ein Urteil erwartet. Angeklagt wurden die Männer wegen gemeinschaftlicher Vergewaltigung im besonders schweren Fall. Die Männer hätten gegen den Willen der Frau gehandelt, hieß es in der Anklage. Doch die Staatsanwaltschaft rückte in ihrem Plädoyer von den Vergewaltigungsvorwürfen ab und forderte zwei Jahre Haft auf Bewährung wegen sexuellen Missbrauchs von Gefangenen und behördlich Verwahrten unter Ausnutzung einer Amtsstellung. Die Verteidiger der Polizisten plädierten auf Freispruch.

Anlass für den Prozess waren Ereignisse im September 2019. Die Polizisten sollen mit der damals 32-Jährigen in ihre Wohnung nach Marlishausen im Ilm-Kreis gefahren sein, um dort Ausweisdokumente der Frau zu suchen. Bei einer vorherigen Kontrolle hatten die Beamten deren Papiere als gefälscht eingestuft. In der Wohnung hatten sie Geschlechtsverkehr mit der Frau, wie die Polizisten im Prozess einräumten. Dabei betonten sie, dass es einvernehmlich gewesen sei. Die Frau selbst konnte vor Gericht bislang nicht direkt gehört werden, sie scheint verschwunden zu sein.

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Ihre stern-Redaktion

rw/rös DPA AFP

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