IKB-Hauptversammlung Aufsichtsrat lehnt Verantwortung ab


Auf der Hauptversammlung der krisengeschüttelten IKB hat der Aufsichtsrat der Mittelstandsbank die Kritik wegen mangelnder Kontrolle zurückgewiesen. In der Union wurden schon Schadenersatzforderungen gegen die Verantwortlichen laut.

Der Aufsichtsrat der Mittelstandsbank IKB hat Kritik an einer mangelnden Kontrolle zurückgewiesen und dem früheren Vorstand die Verantwortung für den Absturz der Bank zugeschoben. Für das Kontrollgremium der schwer angeschlagenen Bank seien die Risiken nicht erkennbar gewesen, die Krise der Bank sei ohne vorher erkennbare Hinweise gekommen, sagte der Vorsitzende der Aufsichtsrates, Ulrich Hartmann, auf der Hauptversammlung in Düsseldorf. Das Risikomanagement der IKB habe nicht funktioniert. "Wir sind unseren Pflichten nachgekommen", betonte Hartmann. Die Versäumnisse des alten Vorstands seien weiter aufzuklären.

Aktionärsschützer sehen den Aufsichtsrat der IKB in der Verantwortung. Dieser habe eine Kontroll- und Beratungsfunktion, die er offensichtlich nicht ausgeübt habe, sagte der Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) dem Deutschlandradio Kultur. Der Aufsichtsrat stehe in der Verantwortung und solle davon auch nicht befreit werden. Er hätte sich gewünscht, dass es auf der Hauptversammlung wie ursprünglich geplant um die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat gehen würde. Die SdK sei dabei gegen eine Entlastung des Kontrollgremiums. Durch die von der Bundesregierung vorgeschlagene aktienrechtliche Sonderprüfung bei der IKB wird die Entlastung verschoben.

"Hier ist so viel krumm gelaufen"

In der Union werden Schadenersatzforderungen gegen die Verantwortlichen für die Schieflage bei der Mittelstandsbank IKB laut. "Es sollte intensiv geprüft werden, inwieweit solche Forderungen durchzusetzen sind", sagte der Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand der Unions-Bundestagsfraktion, Michael Fuchs, in Berlin. "Hier ist so viel krumm gelaufen."

Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hat die milliardenschweren staatlichen Finanzhilfen für die Landesbanken WestLB, SachsenLB und die IKB verteidigt. Eine Insolvenz der Banken hätte "den gesamten Finanzplatz und damit Wachstum, Arbeitsplätze und Einkommen vieler Mitbürger gefährdet", sagte Glos dem "Handelsblatt". Zugleich übte er deutliche Kritik am Geschäftsgebaren der Kreditbranche.

Glos glaubt die Spareinlagen sicher

Es seien leichtfertig risikoreiche Kreditpapiere gekauft worden, deren Werthaltigkeit offensichtlich nicht sorgfältig genug geprüft worden sei. Das gesparte Geld der Bürger sei aber sicher: "Niemand muss sich in Deutschland Sorgen machen, dass seine Spareinlagen durch die Finanzkrise gefährdet werden", sagte Glos. Es gebe bisher auch keine Anzeichen, dass die Probleme in den USA auf die Konjunktur in Deutschland überspringen könnten.

Die IKB war Mitte 2007 als erste deutsche Bank in den Strudel der US- Immobilienkrise geraten und konnte nur durch mehrere milliardenschwere Rettungspakete vor dem Zusammenbruch bewahrt werden.

DPA/AP/Reuters AP DPA Reuters

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