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Insolvente Drogeriekette Schlecker: Betriebsrat will Dorffilialen mit Staatsgeld retten

Der Überlebenskampf der Drogeriekette Schlecker geht in eine neue Runde: Um Filialen in Dörfern und Kleinstädten zu erhalten, fordert der Betriebsrat nun Staatshilfen.

Der Gesamtbetriebsrat der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker hat Staatshilfen zum Erhalt der Filialen in Dörfern und Kleinstädten gefordert. "Schlecker-Filialen sind für die Grundversorgung auf dem Land unverzichtbar", sagte die Rechtsanwältin Elke Lill, die den Gesamtbetriebsrat berät, am Donnerstag der Onlineausgabe des "Manager Magazins". Schon heute müssten Dorfbewohner oft mehr als 20 Kilometer bis zum nächsten Einzelhändler zurücklegen.

Weitere Schließungen könnten nach Ansicht des Betriebsrats diese Situation noch verschärfen. "Insbesondere ältere Menschen ohne Auto und Internetzugang würden erhebliche Probleme bekommen, überhaupt noch Waren einkaufen zu können", warnte Lill. Sie brachte daher den Europäischen Sozialfonds (ESF) ins Spiel, der speziell für die Förderung strukturschwacher Regionen gegründet wurde. Nach Ansicht des Betriebsrats könnte mit den Staatsgeldern der Verlust der häufig defizitären Dorfläden ausgeglichen werden.

Schlecker hatte vor einem Monat offiziell Insolvenz angemeldet. Die Kette machte seit mindestens drei Jahren Verluste. Mitte vergangenen Jahres verfügte Schlecker nach eigenen Angaben noch über rund 7500 Drogeriemärkte in Deutschland. Die weitere Zukunft des Unternehmens ist offen.

fro/AFP / AFP