HOME

Internet: Google füllt seine Kriegskasse

Der weltgrößte Suchmaschinen-Betreiber Google wird 5,3 Millionen Aktien verkaufen und sich damit über zwei Milliarden Dollar in die Kriegskasse holen. Die Hälfte des Geldes ist schon verplant: Für einen Einstieg bei AOL.

Neben den umgerechnet 1,8 Milliarden Euro für die Aktienemission verfügt Google bereits über Barmittel und kurzfristige Investments von rund acht Milliarden Dollar. Google gab die neue Emission in der Nacht zum Donnerstag bekannt. Der Wall-Street-Höhenflieger begründete den jüngsten Aktienverkauf mit dem Bedarf von Index-Investmentfonds. Sie müssen Google-Aktien kaufen, weil der Titel Ende März in den wichtigen amerikanischen Aktienindex Standard & Poor's 500 aufgenommen wird, an dem sich viele große Fonds orientieren.

Aktien fielen nach Emissionsankündigung

Die Google-Aktien waren nach der Standard & Poor's-Ankündigung seit vergangener Woche um rund 15 Prozent auf 394,98 Dollar in die Höhe geschossen. Nach der Emissionsankündigung gaben die Papiere aber wieder um 3,1 Prozent auf 382,89 Dollar nach. Google wird nach der Emission insgesamt 305,4 Millionen Aktien in Umlauf haben.

Google hielt sich in Emissionsunterlagen an die amerikanische Wertpapier- und Börsenbehörde SEC über seine Expansionspläne bedeckt. Das Geld solle allgemeinen Geschäftszwecken zu Gute kommen, einschließlich Betriebskapital und Investitionsausgaben sowie "möglichen Akquisitionen komplementärer Unternehmen, Technologien und anderer Vermögenswerte".

Beteiligung an AOL

Passenderweise hatte Google am Mittwoch offiziell mitgeteilt, dass sich das Unternehmen für eine Milliarde Dollar zu fünf Prozent an America Online (AOL) beteiligen wird. AOL gehört zum weltgrößten Medienkonzern Time Warner. Die Transaktion soll im zweiten Quartal über die Bühne gehen. Google und Time Warner hätten inzwischen ein definitives Abkommen über das Investment vereinbart. Der Google-Einstieg bei AOL war ursprünglich im Dezember angekündigt worden. Microsoft hatte AOL ebenfalls umworben, doch war Google zum Zug gekommen. AOL ist der wichtigste Google-Werbepartner.

Google ist sehr stark von dem Online-Werbegeschäft abhängig, das bisher fast die gesamten Einnahmen des Unternehmens bringt. Google will auch in andere Bereiche wie Rundfunk- und Printmedien-Werbung oder das Online-Finanzinformationsgeschäft und viele andere Richtungen vorstoßen. Google befindet sich in einem immer härteren Wettbewerb mit Yahoo und Microsoft, die beide versuchen, dem Suchmaschinen-Marktführer Kunden und Anzeigen abzunehmen.

Google-Gründer jetzt Mulitmilliardäre

Google war ursprünglich mit einem Ausgabekurs von 85 Dollar im August 2004 an die Börse gegangen und hatte später eine Zweitemission vorgenommen. Die Firmengründer Sergey Brin und Larry Page sind mit dem zwischenzeitlichen Höhenflug der Google-Aktien zu Multimilliardären geworden. Sie verfügen nach Darstellung des US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" über Vermögen von 12,9 Milliarden Dollar (Brin) und 12,8 Milliarden Dollar (Page).

AP, DPA / AP / DPA