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Nach Neuregelung in Großbritannien Kampf gegen Übergewicht: Grüne fordern weitgehendes TV-Werbeverbot für Junk-Food

Lebensmittel, wie Burger und Pommes, die bei häufigem Konsum zu Übergewicht führen können
Ministerin Julia Klöckner wies im Zusammenhang mit Junk-Food darauf hin, dass bereits 15 Prozent aller Kinder und Jugendlichen im Alter von drei bis 17 Jahren übergewichtig seien (Symbolbild)
© Happy Lark / iStockphoto / Getty Images
Wegen immer mehr übergewichtiger Menschen in Deutschland fordert die Bundestagsfraktion der Grünen nun ein Werbeverbot für sogenanntes Junk-Food. Als Vorbild dient eine Kampagne aus Großbritannien.

Die Grünen fordern eine starke Einschränkung der Werbung für ungesunde Nahrungsmittel im Fernsehen. Angesichts der steigenden Zahl übergewichtiger Menschen in Deutschland gebe es einen "dringenden Handlungsbedarf", sagte die Gesundheitsexpertin der Grünen-Bundestagsfraktion, Kirsten Kappert-Gonther, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner signalisierte grundsätzlich Offenheit für den Vorstoß.

Die Werbung für stark zuckerhaltige Produkte und andere ungesunde Lebensmittel müsse reguliert werden, forderten die Grünen. Gerade Kinder und Jugendliche seien besonders empfänglich für die TV-Werbung, warnte Kappert-Gonther. Sie müssten deshalb besser vor Produkten geschützt werden, die nicht den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für ausgewogene Ernährung entsprächen.

15 Prozent der Jugendlichen von Übergewicht betroffen

Klöckner wies auf Nachfrage darauf hin, dass bereits 15 Prozent aller Kinder und Jugendlichen im Alter von drei bis 17 Jahren übergewichtig seien. Daher sei sie offen dafür, "über weitergehende Beschränkungen in diesem Bereich nachzudenken". Um unsere Kinder zu schützen, muss der Staat in bestimmten Fällen regulierend eingreifen, wie ich es jüngst mit dem Verbot von Zucker in Babytees getan habe", erklärte die Ministerin. Ebenso wichtig sei eine klare und transparente Kennzeichnung, die Orientierung gebe. Dazu liege dem Kabinett kommende Woche "unsere Verordnung zur Einführung des Nutri-Score zum Beschluss vor". Diese sogenannte Lebensmittelampel soll Verbrauchern mehr Orientierung geben.

Hintergrund der Grünen-Forderung ist eine neue Regelung in Großbritannien. Dort hatte die Regierung in der vergangenen Woche im Rahmen einer Kampagne gegen Übergewicht angekündigt, dass Werbung für sogenanntes Junk-Food im Fernsehen und im Internet vor 21.00 Uhr verboten werden soll. Damit soll erreicht werden, dass Minderjährige derartigen Werbekampagnen weniger ausgesetzt werden. Der britische Premierminister Boris Johnson hatte die Maßnahmen auch damit begründet, dass Fettleibigkeit den Verlauf von Erkrankungen an dem Coronavirus negativ beeinflussen könne.

Zu Junk-Food (auf Deutsch: minderwertige Nahrung) zählen beispielsweise Burger, Pizza und Knabbersnacks. Problematisch daran ist, dass darin hauptsächlich "leere Kalorien" enthalten sind. Das bedeutet, sie enthalten zwar reichlich Fett, Mehl oder Zucker, bringen aber kaum gesunde Inhaltsstoffe mit sich. Vitamine oder Ballaststoffe sucht man in ihnen meist vergeblich. Häufig führt Junk-Food bei regelmäßigem Konsum daher zu einer ungeplanten Gewichtszunahme.

km / <br/> AFP

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