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Kaufhaus-Krise: Müntefering für staatliche Hilfen für Arcandor

Nach dem Durchbruch in Sachen Opel geht es mit Arcandor um den nächsten Konzern in der Krise: SPD-Chef Franz Müntefering hat sich für staatliche Hilfen für den ums Überleben kämpfenden Handels- und Touristikkonzern ausgesprochen.

"Die Bürgschaft, um die es da geht, scheint mir notwendig und zukunftsträchtig", sagte Müntefering der "Bild-Zeitung". "Es geht bei Arcandor um viele tausend Arbeitsplätze im wichtigen Dienstleistungssektor, überwiegend von Frauen." Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) sprach sich dagegen aus. Der Konzern verfüge über ein gesundes und profitables Touristikgeschäft, sagte er der "Rheinischen Post". "Hier dürfen nicht Vermögenswerte der Eigentümer auf Kosten des Steuerzahlers geschont werden."

Die Muttergesellschaft der Karstadt-Warenhäuser will eine Bürgschaft über 650 Millionen Euro und einen Kredit der staatlichen Förderbank KfW über 200 Millionen Euro. Der Vorstoß des Konzerns ist in der SPD bislang auf Skepsis gestoßen. Vor wenigen Tagen warnte Vize-Kanzler Frank-Walter Steinmeier mit Blick auf die Arbeitsplätze jedoch vor einer voreiligen Absage. Der Konzern beschäftigt in Deutschland mehr als 50.000 Mitarbeiter. Der Staat lässt Arcandor allerdings auf die dringend benötigen Bürgschaften warten. Am Freitag erfuhr Reuters von mehreren Personen aus dem Umfeld der Gesprächsteilnehmer, dass der Bürgschaftsausschuss der Bundes noch keine Empfehlung für oder gegen die beantragte Staatshilfe ausgesprochen habe.

Reuters / Reuters
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