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Klaus J. Jacobs: Der Kaffee-König ist tot

Der Kaffee-Unternehmer Klaus J. Jacobs ist tot. Der in Bremen geborene Wahlschweizer starb im Alter von 71 Jahren an Krebs. Jacobs machte sich vor allem als Geschäftsführer des Kaffeehandelshauses "Joh. Jacobs" einen Namen, erwarb aber auch als Förderer der Wissenschaft internationales Ansehen.

Trauer um Klaus J. Jacobs: Der Kaffee-Milliardär und Stifter der gleichnamigen Bremer Privatuniversität ist einem Krebsleiden erlegen. Der Wahlschweizer starb in der Nacht zum Donnerstag im Alter von 71 Jahren, wie die Jacobs Holding bekanntgab. Jacobs musste sich im Juni 2007 einen Hirntumor entfernen lassen. Noch im vergangenen April hatte er gehofft, die Krankheit besiegt zu haben.

Der am 3. Dezember 1936 in Bremen geborene Jacobs übernahm 1970 die Geschäftsführung des Kaffeehandelshauses Joh. Jacobs + Co., das sein Großonkel gegründet hatte. Jacobs' Vater machte das Unternehmen nach dem Zweiten Weltkrieg zum umsatzstärksten Kaffeeanbieter in der Bundesrepublik. Klaus J. Jacobs trat 1961 als Direktor Einkauf und Marketing bei Joh. Jacobs & Co. ein, wie die von ihm und seiner Familie 1988 gegründete Jacobs Foundation am Donnerstag mitteilte.

Verkauf an Philip Morris

Er baute Marken wie die bekannte "Krönung" auf und wurde 1972 Geschäftsführer. Schon 1973 verlegte er den Firmensitz nach Zürich, 1982 übernahm er die Schweizer Unternehmen Tobler und Suchard. Der Verkauf der Jacobs Suchard AG an den US-Tabakmulti Philip Morris 1990 brachte ihm Milliarden, aber auch viel Kritik in der Schweiz ein. Erst später wurde bekannt, dass sich Jacobs für die Auszahlung seiner Geschwister stark verschulden musste und finanziell unter Zugzwang stand.

Als Besonderheit in der deutschen Hochschullandschaft gab die Jacobs Foundation 2006 bekannt, dass sie bis 2011 insgesamt 200 Millionen Euro in die Bremer Privatuniversität stecken werde. Diese heißt seither Jacobs University Bremen. Er wolle ein Signal setzen, was privates Engagement leisten könne, sagte der Vater von sechs Kindern aus zwei Ehen.

Nach dem Verkauf der Jacobs Suchard AG an Philip Morris baute Jacobs mit Barry Callebaut und Adecco in den 90er Jahren den weltgrößten Schokolade- und den weltgrößten Personalvermittlungskonzern auf. Seine Verbundenheit mit der Schweiz zeigte der passionierte Reiter auch als Kadermitglied der Schweizer Nationalmannschaft im Dressurreiten.

Jacobs wurde nach Stiftungs-Angaben vielfach für sein Engagement für Wissenschaft, Forschung und Gesellschaft gewürdigt. Er habe unter anderem von der Universität Basel den Ehrendoktor, die Leibniz Medaille der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und die Bremische Ehrenmedaille in Gold erhalten.

AP / AP