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Marktcheck der Verbraucherzentralen: Der Trick mit den Lebensmitteln "aus der Region"

Bei Verbrauchern boomen Lebensmittel, die "aus der Region" stammen. Das nutzen die Hersteller und werben speziell für regionale Produkte. Doch der Begriff ist nicht geschützt. Die Verbraucherzentralen halten diese Werbung für irreführend.

Regionale Lebensmittel: Kennzeichnung irreführend

Regionale Lebensmittel: Kennzeichnung ist irreführend, meinen die Verbraucherzentralen.

Im Supermarkt macht ein kleines Schild den Unterschied. Denn der Spargel, der derzeit im Norden Deutschlands bei Edeka verkauft wird, stammt aus der Umgebung. "Aus der Region" landen die weißen Stangen direkt nach der Ernte im Verkauf und werden nicht erst quer durch die Republik gekarrt. Das überzeugt Kunden, sie greifen gerne zu. Und haben ein gutes Gefühl dabei. Regional ist das neue Bio.

Schon vor einigen Jahren fand die Unternehmensberatung A.T. Kearney heraus, dass Verbraucher bei regionalen Lebensmitteln noch lieber zugreifen als bei Bio-Produkten. Ob Eier, Gemüse, Fleisch oder Milchprodukte: Lebensmittel aus der Region boomen. Ein Großteil der Kunden will die heimische Landwirtschaft unterstützen, fanden die Unternehmensberater heraus. Jeder Dritte hofft so, die Umwelt zu schonen. Umfragen ergaben zudem, dass 70 Prozent der Befragten auch mehr für regionale Lebensmittel ausgeben würden, schreibt der "SWR". 

Für die Hersteller ist Regionalität ein lohnendes Geschäft, für Kunden gibt es einen entscheidenden Nachteil: "Regional" oder "Aus der Region" sind keine geschützten Begriffe. Die Verbraucherzentralen haben für den Marktcheck  anhand von 121 Stichproben von Supermärkten, Discountern und Bio-Supermärkten die Herkunft der Lebensmittel geprüft. Das Ergebnis: Für Verbraucher sei die Bezeichnung verwirrend - und sogar irreführend

Regionale Lebensmittel in der Kritik

Bei geografischen Delikatessen wie Allgäuer Emmentaler oder Thüringer Bratwurst muss nicht das gesamte Produkt in der jeweiligen Region erzeugt worden sein. Nur eine Stufe der Herstellung (Erzeugung, Verarbeitung oder Herstellung) muss in der Region ablaufen. So könne Schwarzwälder Schinken in der Region geräuchert und gewürzt worden sein, das Fleisch müsse aber nicht aus dem Schwarzwald stammen. 

Das Regionalfenster bietet Orientierung

Die Verbraucherschützer haben sich das Regionalfenster genauer angesehen. Dieses weiß-blaue Siegel sagt den Kunden, woher die einzelnen Bestandteile eines Produkts stammen, wo es verarbeitet wurde und wie hoch der Anteil regionaler Rohstoffe ist. Das Fenster gebe "eine gute Orientierung beim Einkaufen", urteilen die Tester. Allerdings müssten Kunden weiterhin das Etikett studieren, denn teilweise würde mehrere Bundesländer zu einer Region zusammengefasst - das bietet wenig Transparenz. Außerdem variiere der Anteil regionaler Zutaten bei Mischprodukten stark. Ein geprüftes Sülzfleisch bestand nur zu rund der Hälfte aus regionalen Zutaten. Bei Monoprodukten wie Eiern, Milch, Obst und Gemüse sei das Regionalfenster aber korrekt und eindeutig, so die Verbraucherschützer. Allerdings sei dieses Siegel bislang noch nicht weit genug verbreitet. Bei Eiern sind die Verbraucherschützer mit dem Code zufrieden (Hier lesen Sie, wie der Code funktioniert). 

Gerade die Großregionen prangern die Verbraucherschützer an. Denn Tomaten, die aus der Region stammen sollen, hatten beim Marktcheck mehr als 450 Kilometer zurückgelegt. "Solche Großregionen entsprechen nicht dem, was sich Verbraucher unter Regionalität vorstellen", urteilen die Tester.

Regional? Unpräzise!

Fazit der Verbraucherschützer: Der Begriff "regional" sei zu unpräzise, "um einen transparenten Einkauf regionaler Produkte zu ermöglichen und Verbraucher vor irreführender Werbung zu schützen." Beschreibungen wie "nah", "Heimat" oder "daheim" seien besonders verwirrend. "Aus Sicht der Verbraucherzentralen dienen sie vor allem der Imagepflege des Handels und der Produzenten, um dieses verstärkt nachgefragte Marktsegment zu bedienen", so die Tester.

Naschen, auspacken, umtauschen: Das sollten Sie sich im Supermarkt besser nicht erlauben
Sie entrümpeln mal wieder ihren Geldbeutel. Und zwischen all den alten Kassenzetteln finden Sie auch einen Pfandbon. Spitze - aber kann man den Wochen später noch eintauschen?   Ja, das geht. Bis zu drei Jahre müssen Supermärkte den Bon noch annehmen. Allerdings können Sie den Bon nur in der Filiale abgeben, in der er auch ausgestellt wurde.

Sie entrümpeln mal wieder ihren Geldbeutel. Und zwischen all den alten Kassenzetteln finden Sie auch einen Pfandbon. Spitze - aber kann man den Wochen später noch eintauschen?

Ja, das geht. Bis zu drei Jahre müssen Supermärkte den Bon noch annehmen. Allerdings können Sie den Bon nur in der Filiale abgeben, in der er auch ausgestellt wurde.