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MANAGER-GEHÄLTER: Aktionärsschützer fordern mehr Transparenz

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat mehr Transparenz bei der Manager-Vergütung gefordert. Die Entwicklung der Geschäftsergebnisse und der Vorstandsbezüge bei deutschen Großunternehmen klaffe weit auseinander.

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat mehr Transparenz bei der Vergütung der Vorstände deutscher Unternehmen gefordert. Die Entwicklung der Geschäftsergebnisse und der Vorstandsbezüge bei einigen deutschen Großunternehmen klaffe weit auseinander, ergab eine Untersuchung der Management-Gehälter der 30 Unternehmen im Deutschen Aktienindex DAX. Konkret kritisierte die DSW die Vorstandsgehälter bei der Deutschen Bank, der Deutschen Telekom und Fresenius Medical Care.

So sei bei der Deutschen Telekom das Ergebnis je Aktie 2001 um mehr als 95 Prozent eingebrochen, zugleich die Vorstandsgehälter aber um etwa 50 Prozent gestiegen, berichteten die Aktionärsschützer am Donnerstag bei der Vorstellung der Studie in Berlin. Die genannten Unternehmen hätten auch im Hinblick auf die Transparenz ihrer Informationen nicht gut abgeschnitten, sagte DSW-Geschäftsführerin Jella Benner-Heinacher.

Auch Manager sollen Flaute spüren

Bei einem Großteil der DAX 30-Unternehmen sei kein direktes Verhältnis zwischen der Kennzahlen-Entwicklung und der Veränderung der Vorstandsvergütungen festgestellt werden können. Der DSW hält einen Anteil der variablen Vergütungen von mindestens 60 Prozent für empfehlenswert. »Nicht nur der Aktionär, sondern auch der Manager soll im eigenen Portemonnaie spüren, wenn es dem Unternehmen schlechter geht«, hieß es. DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker forderte mehr Transparenz bei der Vorstandsvergütung.

In einer persönlichen Befragung hatte die DSW die durchschnittliche Vergütung der Vorstände der DAX-Unternehmen für die Jahre 2000 und 2001 unter die Lupe genommen und mit den Veränderungen wichtiger Kennzahlen wie Ergebnis je Aktie und Dividende im gleichen Zeitraum verglichen. 29 der 30 Unternehmen hätten geantwortet, allerdings mit unterschiedlicher Qualität, sagte Benner-Heinacher. Bei 40 Prozent seien die Antworten ohne wesentliche Aussagen gewesen.

Deutsche-Bank-Manager mit höchstem Einkommen

Spitzenverdiener sind nach der DSW-Liste die Vorstände der Deutschen Bank. Pro Vorstand wurden danach im Jahr 2000 im Schnitt 7,95 Millionen Euro und im folgenden Jahr 6,62 Millionen Euro gezahlt. Ohne diese auch für den DAX außergewöhnlich hohe Vergütung hätten die durchschnittlichen Gehälter der Vorstände bei 1,4 Millionen Euro gelegen und seien 2001 auf 1,1 Millionen Euro 2001 zurückgegangen. Dabei sind die Unterschiede sehr groß: Während es ein Vorstandsmitglied der Deutschen Lufthansa 2001 auf 475.000 Euro gebracht habe, seien auf einen VW-Vorstand mehr als zwei Millionen Euro entfallen.

In einem sehr guten Verhältnis stand die Entwicklung des Ergebnisses und der Vorstandsgehälter nach Auffassung der DSW bei BMW, der Deutschen Post, Henkel, Hypo-Vereinsbank, RWE und SAP.