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Kritik am Facebookgründer Nur ein Steuersparmodell? Zuckerberg verteidigt seine "Spende"

Mit viel Geld will Mark Zuckerberg die Welt verbessern - allerdings in seinem Sinne
Mit viel Geld will Mark Zuckerberg die Welt verbessern - allerdings in seinem Sinne
© Michael Reynolds/DPA
Wie wohltätig ist Mark Zuckerbergs 45-Milliarden-Dollar-Versprechen wirklich? Kritiker werfen ihm vor, er wolle vor allem Steuern sparen. Nun hat Zuckerberg auf die Vorwürfe reagiert. Doch Zweifel bleiben.

Zur Geburt seiner Tochter hat Mark Zuckerberg angekündigt, 99 Prozent seiner Facebook-Aktien zu verkaufen - mit dem Erlös von etwa 45 Milliarden Dollar will er die Welt zu einem besseren Ort machen. Sagt zumindest Zuckerberg. Nachdem das erste "Wow" verklungen ist, melden sich die Kritiker. Denn die "Milliarden-Spende", von der überall die Rede ist, ist gar keine Spende im eigentlichen Sinn.

Zuckerberg spendet das Geld nämlich nicht an wohltätige Organisationen, er transferiert es stattdessen an die "Chan Zuckerberg Initiative", die er mit seiner Frau Priscilla Chan eigens für diesen Zweck gegründet hat.

Investment-Vehikel statt Wohltätigkeitsorganisation

Die "Chan Zuckerberg Initiative" wiederum ist gar keine Stiftung, sondern ein Unternehmen. Sie ist keine Wohltätigkeitsorganisation mit Non-Profit-Status, sondern eine "Limited Liability Company" (Gesellschaft mit beschränkter Haftung), kurz L.L.C. Die Rechtsform der L.L.C. erlaubt es Zuckerberg, in profitorientierte Firmen zu investieren und Gewinne zu machen.

"Mr. Zuckerberg hat ein Investment-Vehikel geschaffen", schreibt die "New York Times". Ein L.L.C. könne politisch motivierte Spenden vergeben und sich im Lobbyprozess für Gesetzesänderungen einbringen, kritisiert die Zeitung. Solche Aktivitäten könnten nicht als "Charity" bezeichnet werden.

Am schwersten aber wiegt der Verdacht, Zuckerberg wolle über den Umweg der Initiative vor allem Steuern sparen. Professor Victor Fleischer von der San Diego School of Law erklärt in der "New York Times", dass Zuckerbergs L.L.C. bei der Steuer sogar noch mehr herausholen kann als die für Wohltätigkeitsspenden übliche Steuerreduktion. 

Zuckerberg verteidigt sich via Facebook

Mark Zuckerberg hat sich nun via Facebook zu den Vorwürfen geäußert. Die "Chan Zuckerberg Initiative" sei als L.L.C. konzipiert, um flexibler agieren zu können, gibt Zuckerberg unumwunden zu. So könne man nicht nur Non-Profit-Organisationen unterstützen, sondern auch private Investments tätigen und sich in politische Debatten einmischen. In dem Punkt gibt er den Kritikern also vollkommen recht.

Dagegen bestreitet er, dass das Verschieben der Facebook-Anteile in die L.L.C. ihm Steuervorteile bringen würde. Das wäre laut Zuckerberg vielmehr der Fall, wenn er die Anteile in eine traditionelle Stiftung verschieben würde. "Und wie jeder andere auch zahlen wir Kapitalertragssteuern, wenn wir Aktienanteile verkaufen", schreibt der Facebook-Gründer in dem Posting. 

Welche Steuerkniffe die milliardenschwere Initiative anwenden wird und welche nicht, bleibt abzuwarten. Fest steht nur, dass die Firma Facebook, in der Zuckerberg schließlich das Sagen hat, sich bisher als äußerst geschickt im Vermeiden von Unternehmenssteuern gezeigt hat.


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