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Nur Salate, Suppen und Paninis: In diesem McDonald's gibt es keine Burger

In Australien hat McDonald's ein neues Restaurant eröffnet. Das "The Corner" serviert statt Burgern gesundes Essen. Die Burger-Kette hofft so auf neue Kunden, denn McDonald's steckt in der Krise.

Nichts erinnert hier an den Look von klassischen McDonald's-Restaurants, nirgendwo prangt ein gelbes "M": Wie eine schicke Caféteria oder ein Bistro für Hipster ist das "The Corner" eingerichtet. Keine fettigen Fritteusen verpesten die Luft, denn in dem neuen Restaurant gibt es keine Fritten und Co. Statt pappiger Burger stehen Pulled Pork, ein Klassiker des US-Barbecues, mit Kohl, libanesischen Linsen und in Butter und Knoblauch geschwenktem Reis auf dem Speiseplan. Auch Salate, Tofu und Suppen werden angeboten.

Bereits Ende Dezember hatte McDonald's das Restaurant im australischen Sydney eröffnet. Zuvor hatte sich in dem Laden ein McCafé befunden - nun tüftelt der amerikanische Branchenführer an der Zukunft herum. Denn mit Burgern allein lockt die Fast-Food-Branche keine Kunden mehr an. Das Essen auf die Schnelle durchläuft einen Wandel. Und für Firmen wie KFC, Burger King oder McDonald's ist es höchste Zeit auf die veränderten Kundenwünsche zu reagieren.

Neues Restaurant ist ein Test

"Wenn Sie hier auf einen Hamburger hoffen, werden Sie bitter enttäuscht", sagt der Restaurantmanager Kyle Jarvis dem "Daily Telegraph". "Das hier ist ein neues Konzept." Wie in einem Labor würde McDonald's hier Dinge testen - und lernen, sagt Jarvis.

Fast-Food in der Krise

Der Versuch abseits von Burgern und Pommes Geld zu verdienen, zeigt eines sehr deutlich: Die Fast-Food-Branche hat Probleme. Seit Monaten müssen die Unternehmen mit schrumpfenden Umsätzen kämpfen. So sank der Umsatz von McDonald's im dritten Quartal 2014 um fünf Prozent, der Gewinn brach im gleichen Zeitraum sogar um 30 Prozent ein.

Weltweit schwächelt das Geschäft: In Russland wurden mehrere Filialen wegen Hygieneverstößen von den Behörden geschlossen. Der asiatische Markt wurden von einem Gammelfleisch-Skandal in China erschüttert. In den USA gehen immer weniger Menschen bei McDonald's essen. Und auch in Europa läuft es nicht mehr so gut. McDonald's muss hierzulande inzwischen mit der Systemgastronomie wie Vapiano und dem ausgebauten Angebot von Bäckereien und Cafés um Kunden konkurrieren.

Der weltgrößte Burger-Brater steckt in der Krise - genau wie die Konkurrenz. Denn Fast-Food hat ein angeschlagenes Image: Zu fett, zu billig, zu ungesund. Neue Geschäftsmodelle müssen her, die ein gesünderes Image mit sich bringen. Dafür nimmt McDonald's Geld in die Hand: Ein Strukturprogramm mit einem Budget von einer Milliarde US-Dollar soll gesündere Snacks zum Kassenschlager bei McDonald's machen.

Bald auch in Deutschland?

Wie der "Daily Telegraph" berichtet, geht das Konzept in Australien bislang auf: Die Kunden, die nun im "The Corner" sitzen, würden in ein normales McDonald's-Restaurant keinen Fuß setzen, in dieser Filiale hingegen sind sie zufrieden. Das Restaurant mit dem Mensa-Charme gibt es bisher nur in Sydney - ob ähnliche Restaurants auch auf dem US- und Europa-Markt getestet werden, ist unklar. Allerdings ist das "The Corner" ein Testrestaurant im Zuge des Strukturprogramms. Sollte sich das Geschäftsmodell durchsetzen, ist eine Expansion durchaus denkbar. McDonald's wollte sich bislang nicht dazu äußern.

McDonald's oder Burger King: Wer hat das verbrutzelt?

    Das Prinzip ist ganz einfach: Sagen Sie uns, ob das Fast-Food-Gericht auf dem Foto von McDonald's oder Burger King verkauft wird.

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