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Schadstofftest Wie gut ist natürliches Mineralwasser? Öko-Test hat 50 Sorten untersucht

Mineralwasser
Viel Wasser trinken - im Sommer ein Muss
© PeopleImages / Getty Images
Öko-Test hat natürliche Mineralwässer auf Verunreinigungen und Schadstoffe untersucht. Die meisten schnitten gut ab, zwei Sorten wurden abgestraft.

Die einen bevorzugen Leitungswasser, die anderen schwören auf Mineralwasser – beides gilt in Deutschland als von hoher Qualität. Laut Gesetzgeber stammt natürliches Mineralwasser aus "unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen" und muss von "ursprünglicher Reinheit" sein. So steht es in Paragraph 2 der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung.

Im Boden können allerdings auch auf ganz natürlichem Wege ungesunde Stoffe vorkommen. Dazu kommt die Gefahr von Pestiziden, deren Abbauprodukte in Quellen gelangen können. Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat daher untersucht, wie rein natürliche Mineralwässer aus der Flasche wirklich sind. 

Gesundheitlich unbedenklich

50 verschiedene Sorten schickten die Prüfer ins Labor, um sie auf Schadstoffe und Verunreinigungen zu untersuchen. Das Ergebnis ist insgesamt sehr positiv: Nur zwei Testkandidaten wurden mit "mangelhaft" bewertet, jedes zweite Mineralwasser empfehlen die Ökotester trotz ihrer strengen Kriterien sogar als "sehr gut".

Bedenkliche Inhaltsstoffe wie Bor, Uran, Nitrat und Chromat fanden die Prüfer insgesamt in sechs Testkandidaten, in neun Wässern ließen sich Pestizidabbauprodukte nachweisen. Enthalten waren die Stoffe aber nur in sehr kleinen Mengen. Gesundheitliche Beeinträchtigungen seien bei allen festgestellten Werten unwahrscheinlich, schreibt Ökotest. Am höchsten waren die Werte in der Marius Quelle Classic (Bor) und bei San Benedetto (Chromat). Beide Wässer wurden mit "mangelhaft" abgestraft.

Öko-Test steht im Ruf, bei Inhaltssoffen sehr genau hinzuschauen und deutlich strenger zu sein, als es die gesetzlichen Vorgaben verlangen. Der letzte Mineralwasser-Test im vergangenen Jahr hatte zu einem empörten Aufschrei der Branche und einer Diskussion über die Testmethoden geführt. (Lesen Sie hier ein Interview mit einem Experten zu der Debatte.) Ein Mineralwasser-Test der Stiftung Warentest – die nichts mit Öko-Test zu tun hat – hatte im vergangenen Jahr Noten zwischen "sehr gut" und "befriedigend" ergeben. 

Plastikflaschen ohne Rezyklat abgewertet

Bei Öko-Test flossen im aktuellen Vergleich nicht nur Schadstoffe und Verunreinigungen im Wasser in die Bewertung ein, sondern auch umweltschädliche Verpackungen. Wurde das Wasser in Einweg-Pet-Flaschen ohne Rezyklatanteil abgefüllt, führte das zu Abzügen bei der Note.

Ein potenzielles Problem sieht Ökotest zudem beim Thema Mikroplastik. Die Datenlage zu möglichen Risiken sei zwar noch derart dünn, dass Mikroplastik im Wasser nicht in die Bewertung einfloss. Dennoch ließen die Tester sowohl in Pet- als auch in Glasflachen abgefülltes Wasser darauf untersuchen. Ergebnis: Mikroplastik war in beiden Verpackungsarten zu finden. "Im Wasser aus Glasflaschen haben die Laborexperten zwar weniger Pet-Partikel analysiert, insgesamt aber mehr anderes Mikroplastik."

Die komplette Untersuchung von Öko-Test finden Sie hier

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