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Stiftung Warentest Großer Labortest: So gut ist unser Leitungswasser

Leitungswasser
Hohe Qualität: Trinkwasser aus der Leitung in Deutschland
© Getty Images
Wie stark belasten Gülle und Medikamentenreste unser Trinkwasser? Die Stiftung Warentest hat quer durch Deutschland Leitungswasser gezapft und ins Labor geschickt. Das Ergebnis ist insgesamt beruhigend.

Wie gut ist unser Leitungswasser wirklich? Einerseits gilt Trinkwasser hierzulande als das am besten überwachte Lebensmittel. Andererseits werden unsere Böden durch intensive Landwirtschaft belastet - so gelangen Gülle und Pestizide ins Grundwasser. Dazu kommen Medikamentenrückstände und andere unerwünschte Stoffe, die erst einmal herausgefiltert werden müssen.

Die Stiftung Warentest hat quer durch Deutschland Trinkwasserproben genommen und im Labor einer strengen Prüfung unterzogen. Tatsächlich fanden sich Spuren kritischer Stoffe, insgesamt geben die Warentester aber Entwarnung: "Das Ergebnis beruhigt", heißt es im Testbericht. "Kein Wasser ist gesundheitlich bedenklich."

Leitungswasser im Test - von Großstadt bis Land

Für die Stichprobe wählte Warentest 20 Orte in Deutschland, die besonderen Risiken ausgesetzt sind - darunter die fünf bevölkerungsreichsten Städte Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt sowie Regionen mit intensiver Landwirtschaft oder durch natürliche Stoffe belastete Böden. Diese Proben wurden auf insgesamt 126 unerwünschte Stoffe untersucht.

Die Laborergebnisse förderten durchaus Überraschendes zutage. Obwohl Gülle zu einem erhöhten Nitratgehalt im Grundwasser führt, war die Nitratbelastung im Leitungswasser der ausgewählten viehreichen Regionen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen vergleichsweise gering. Zudem konnten in Orten mit intensiver Landwirtschaft von den 45 Pestiziden, auf die getestet wurde, nur in wenigen Fällen Rückstände gefunden werden, allesamt weit unter den Grenzwerten. Das berüchtigte Pflanzenschutzmittel Glyphosat fanden die Tester in keinem Wasser.

Medikamente im Berliner Wasser

Die meisten Spuren von Medikamenten fanden sich im Berliner Wasser, es enthielt Rückstände aus Schmerz- und Epilepsiemitteln. Zudem wiese fünf städtische Wässer minimale Mengen von Röntgenkontrastmitteln auf. Die Orientierungswerte für Spurenstoffe aus Medikamenten wurden aber im Test nirgendwo überschritten.

Auch natürlicherweise in Gestein vorkommende Stoffe wie Uran, Arsen und Chrom können das Wasser belasten. Das krebserregende Chrom war in 18 der 20 Wässer nachweisbar, in drei Fällen – Achern in Baden-Württemberg, Rottenburg in Bayern, Alsfeld in Hessen – lag es knapp über dem Leitwert. Das daraus resultierende Risiko gilt laut Warentest aber als sehr gering.

Unterm Strich rät Stiftung Warentest eher zum Leitungswasser als zum Mineralwasser aus der Flasche. Insbesondere stilles Mineralwasser ist nämlich häufig mit Keimen belastet und enthält oft sogar weniger Mineralstoffe als das Nass aus dem Wasserhahn.

Mehr über stilles Mineralwasser lesen Sie hier

Den kompletten Trinkwassertest gibt es kostenpflichtig hier


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