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MOBILCOM: »Reine Spekulation« oder bittere Realität?

Immer noch keine Einigung im Streit der Mobilcom und der France Telecom darüber, wie hoch die Investitionen für den Aufbau des deutschen UMTS-Netzes sein sollen. Mobilcom-Chef Schmid hat jetzt anscheinend aufgegeben.

Mobilcom-Chef Gerhard Schmid streckt im Machtkampf mit seinem Großaktionär France Telecom die Waffen. Wie die Wirtschaftszeitung »La Tribune« schrieb, verhandele der Firmengründer unter Aufsicht des französischen Konzerns mit einer Bankengruppe über den Verkauf seines 42-Prozent-Anteils. Das würde France Telecom freie Hand bei der Führung des Büdelsdorfer Unternehmens geben. Die Verhandlungen stünden kurz vor dem Abschluss.

»Reine Spekulation«

Ein Mobilcom-Sprecher bezeichnete den Bericht als »reine Spekulation«. Bei France Telecom in Paris hieß es, die Diskussionen mit dem deutschen Unternehmen gingen weiter. Eine Einigung sei noch nicht erzielt worden.

Will die France Telecom aussteigen?Weitere Verkäufe geplant

Derweil berichtete die »Financial Times«, France Telecom wolle seinen 26,6-Prozent-Anteil an dem italienischen Telekommunikationsunternehmen Wind abstoßen. France-Telecom-Chef Michel Bon hatte in der letzten Woche gesagt, falls Schmid seine Verkaufsoption einlöse, müsse sein Konzern bislang nicht geplante Verkäufe in Erwägung ziehen, um sich nicht noch weiter zu verschulden. Eine komplette Übernahme von Mobilcom würde seinen Konzern noch einmal fünf bis sechs Milliarden Euro kosten.

Mobilcom und France Telecom streiten darüber, wie hoch die Investitionen in den Aufbau des deutschen UMTS-Netzes sein sollen. Schmid will 1,4 Milliarden Euro ausgeben, France Telecom, das 28,5 Prozent an dem Unternehmen hält, nur einige hundert Millionen Euro. Am Mittwoch sollten Aufsichtsratssitzungen beider Unternehmen stattfinden. Am Donnerstag wollen sie ihre Bilanzen vorlegen.

AP