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Telekommunikation: Mobilcom-Gründer Schmid stellt Insolvenzantrag

Betroffen sind ausschließlich Schmids private Vermögenswerte bestehend aus einem Mobilcom-Aktienpaket sowie Grundstücken und Gebäuden, hieß es in einer Mitteilung.

Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid hat Insolvenzantrag gestellt. Betroffen seien ausschließlich Schmids private Vermögenswerte bestehend aus einem Mobilcom-Aktienpaket sowie Grundstücken und Gebäuden, hieß es in einer Mitteilung vom Montag. Grund für den bereits am vergangenen Freitag gestellten Antrag sei eine drohende Zahlungsunfähigkeit bei einem sich weiter fortsetzenden Wertverfall der Mobilcom-Aktien.

Gellert vorläufiger Insolvenzverwalter

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde den Angaben zufolge der Hamburger Wirtschaftsprüfer Otto Gellert bestimmt. Damit seien die Voraussetzungen geschaffen, Schmids Vermögenswerte zu verwalten und diese vor einem weiteren Wertverfall zu sichern. Der frühere Mobilcom-Chef Schmid, der nach eigenen Angaben einen Teil seiner Aktien verpfändet hatte, hatte als Teil des Rettungsplans für Mobilcom seine Anteilsscheine auf einen Treuhänder übertragen müssen.

Streit um Treuhänder

In den vergangenen Wochen hatte es allerdings Streit um die Person des Treuhänders gegeben. Schmid hatte zunächst den früheren RTL-Chef Helmut Thoma zum Treuhänder ernannt, ihm dann aber einseitig gekündigt und die Aufgabe Gellert übertragen. Thoma war dennoch auf der Hauptversammlung als Treuhänder Schmids aufgetreten. Nach dem Aktionärstreffen kündigte Schmid Thoma zum zweiten Mal.

UMTS-Ausbau eingefroren

Nach dem mit Großaktionär France Telecom, Banken, Lieferanten und dem Staat ausgehandelten Rettungsplan musste Schmid die Verfügungsgewalt über seinen Aktienanteil von 42,4 Prozent einem Treuhänder übertragen. France Telecom übernahm rund sieben Milliarden Euro Schulden von Mobilcom, die umgekehrt auf alle rechtlichen Ansprüche an France Telecom verzichtete und den Aufbau des UMTS-Netzes einfror.

Wer übernimmt das Netz?

Ursprünglich wollten die beiden Unternehmen zusammen in den deutschen UMTS-Markt einsteigen, France Telecom sollte die Kosten tragen. Anfang 2002 wollten die Franzosen langsamer beim Aufbau voranschreiten, Schmid lehnte dies ab, es begann ein Streit, in dessen Verlauf Schmid als Vorstandschef zum Rücktritt gezwungen wurde. Nun sucht Mobilcom nach einem Interessenten für das schon teilweise aufgebaute UMTS-Netz.