MOBILCOM Das Kanzleramt schaltet sich ein


Um einer Zusammenbruch von MobilCom in letzter Sekunde abzuwenden, soll jetzt das Kanzleramt helfen. Von dort aus will man nun die 5000 bedrohten Arbeitsplätze retten.

Das Kanzleramt befindet sich nach eigenen Angaben in Gesprächen mit der französischen Regierung und der France Telecom über das Engagement der France Telecom bei der deutschen Mobilcom. Mobilcom-Vorstand Thorsten Grenz habe das Bundeskanzleramt um Vermittlung gebeten.

Gespräche auf Arbeitsebene

Wie ein Regierungssprecher bestätigte, liefen mit der französischen Regierung und France Telecom Gespräche auf der Arbeitsebene. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sei aber in diese Gespräche nicht einbezogen. Das Kanzleramt bemüht sich der Zeitung zufolge um eine Vermittlung zwischen Mobilcom und deren Großaktionär France Telecom, der eine entscheidende Rolle für die Zukunft des deutschen Unternehmens spielt.

Maßnahmen zur Unterstützung

Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums von Schleswig-Holstein sagte laute Bericht, das Land habe France Telecom nicht näher bestimmte »Maßnahmen zur Unterstützung des Mobilcom-Standorts Schleswig-Hostein« angeboten. Daneben hätten Mobilcom-Betriebsräte und die IG-Metall in einem Brief die Arbeitnehmervertreter im France Telecom-Verwaltungsrat um Hilfe gebeten. France Telecom wollte den Angaben zufolge die Berichte nicht kommentieren.

Aktie abgestürtzt

Am Vortag war die Aktie von Mobilcom um rund 70 Prozent eingebrochen, nachdem es in einem Zeitungsbericht geheißen hatte, die halbstaatliche France Telecom wolle sich in Absprache mit der Regierung in Paris von ihrer Minderheitsbeteiligung an dem deutschen Mobilfunkunternehmen trennen. Am Donnerstag soll der FT-Vorstand über das Schicksal von MobilCom beraten. France Telecom hält 28,5 Prozent an MobilCom und versorgt seinen ebenso hoch verschuldeten Partner seit Monaten mit millionenschweren Finanzspritzen.


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