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Von der Fließbandarbeiterin zum CEO: Wie sich die reichste Selfmade-Milliardärin der Welt hocharbeitete

Die Chinesin Zhou Qunfei hat am Fließband begonnen und ist heute dank ihrer Firma Lens Technology milliardenschwer. 

Zhou Qunfei ist die reichste self-made Milliardärin der Welt

Mit ihrer Firma "Lens Technology" hat Zhou Qunfei aus China es zur reichsten Selfmade-Milliardärin der Welt gebracht

Wenn Sie diesen Artikel auf ihrem Smartphone lesen, haben auch Sie wahrscheinlich zu Zhou Qunfeis Vermögen beigetragen: Die 44-jährige Chinesin stellt mit ihrer Firma "Lens Technology" Handy-Displays her und beliefert hauptsächlich Apple und Samsung. Angefangen hat sie am Fließband eines Herstellers fürs Uhrengläser – heute ist sie mehrere Milliarden US-Dollar schwer.                      

Chinesischer Traum: Milliardärinnen dank Gleichberechtigung 

In keinem Land gebe es mehr Selfmade-Milliardärinnen als in China, berichtet die US-Tageszeitung "The New York Times", die Zhou getroffen hat. Grund dafür sei die vehemente Förderung von Gleichberechtigung, die von der kommunistischen Partei unter Mao Zedong betrieben wurde. Geboren und aufgewachsen ist Zhou als jüngstes von drei Kindern in der Provinz Hunan. Ihre Mutter starb als sie fünf Jahre alt war, ihr Vater verlor einen Finger und seine Sehkraft während eines Arbeitsunfalls. Um Geld zu verdienen, half sie ihrer Familie Schweine und Enten zu züchten. In der Schule blühte sie aber auf. Den ersten Job am Fließband einer Fabrik für Uhren-Gläser wollte sie nach drei Monaten an den Nagel hängen, sie fühlte sich unterfordert. Daraufhin bot ihr Chef ihr einen besseren Job. Es war eine von vielen Beförderungen, ehe sie sich 1993 mit ihrer eigenen Glas-Firma selbstständig machte. 

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Zehn Jahre später rief Motorola bei ihrer Firma "Lens Technology" an: Man wollte weg vom Plastik-Display hin zu einer kratzfesten und robusten Glasvariante – ob sie bei der Entwicklung nicht helfen wolle. "Als der Anruf kam, sagten sie: Antworten sie entweder mit Ja oder Nein. Aber wenn sie Ja sagen, helfen wir ihnen bei der Entwicklung", sagt Zhou in der "New York Times".  Ihr "Ja" war der erste Schritt zu ihrem heutigen Reichtum. 

Sie produziert Displays für Apple und Samsung

Nach Motorola meldeten sich auch HTC, Nokia, Samsung und im Jahr 2007 schlussendlich auch Apple. Ihre Firma Lens Technology ging dieses Jahr an die Börse, Zhous Anteile sind 7,2 Milliarden US-Dollar wert – was ihr den Titel der reichsten Selfmade-Milliardärin der Welt einbrachte. "In dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, hatten viele Mädchen keine Wahl ob sie weiter zur Schule gehen. Sie haben sich verlobt oder geheiratet und ihre ganzes Leben im Dorf verbracht", erklärt Zhou, "Ich bin in die Wirtschaft gegangen, und bereue es nicht."

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