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Sanktionen und fallender Ölpreis: Russlands Wirtschaft leidet - Rubel ist im Sinkflug

Die Sanktionen und der niedrige Ölpreis treffen die russische Wirtschaft hart. Der Rubel befindet sich aktuell im Sinkflug. Der Euro legt hingegen trotz der Konjunkturflaute ordentlich zu.

Schwer unter Druck: Der russische Rubel verliert gegenüber den internationalen Währungen stark an Wert.

Schwer unter Druck: Der russische Rubel verliert gegenüber den internationalen Währungen stark an Wert.

Die russische Wirtschaft leidet unter den internationalen Sanktionen wegen der Ukraine-Krise und dem fallenden Ölpreis. Vor allem die russische Währung gerät immer stärker unter der Druck. Der Rubel verlor zum Wochenstart zu Dollar und Euro zeitweise fast sechs Prozent an Wert. Ein Dollar kostete erstmals mehr als 50 Rubel, für einen Euro waren erstmalig mehr als 65 Rubel zu zahlen. Experte Simon Quijano-Evans von der Commerzbank begründete den Kursverfall auch mit der Untätigkeit der russischen Zentralbank. Diese hatte den Rubelkurs vor wenigen Wochen freigegeben und zugleich zugesagt, den Rubel notfalls mit unangekündigten Eingriffen stützen zu wollen. Bisher ist sie nicht tätig geworden.

Russland, das rund 40 Prozent seiner staatlichen Einnahmen aus dem Öl-Export bezieht, gehen nach eigener Auskunft bis zu 100 Milliarden Dollar jährlich durch den fallenden Ölpreis verloren. Die Entscheidung der Opec, die Fördermenge unverändert zu belassen, hatte die Talfahrt der Ölpreise zuletzt noch einmal beschleunigt.

Euro bleibt stark

Der Euro hat hingegen trotz schwacher Konjunkturdaten zugelegt. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,2480 US-Dollar und damit einen halben Cent mehr als im Tagestief. Zeitweise war der Euro über die Marke von 1,25 Dollar gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Euro-Referenzkurs gegen Mittag auf 1,2469 (Freitag: 1,2483) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8020 (0,8011) Euro.

Trotz eines stabilen Euro deutet eine Umfrage des Forschungsinstituts Markit auf eine anhaltend schwierige Konjunkturlage im Euroraum hin. Die Stimmung in der Industrie hatte sich im November weiter eingetrübt und lag nur noch geringfügig über Stagnation. In Deutschland war der Einkaufsmanagerindex sogar unter die Wachstumsgrenze gefallen. Analyst Greg Fuzesi von der US-Bank JP Morgen sprach von einer trägen Erholung. Viele Beobachter gehen deshalb davon aus, dass die EZB ihre Geldpolitik bald weiter lockern wird. Dass die Währungshüter bereits auf ihrer Sitzung an diesem Donnerstag tätig werden, gilt jedoch als eher unwahrscheinlich.

tis/DPA / DPA